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Hausmitteilung Bagdad / Hollywood / Hartz IV

aus DER SPIEGEL 1/2011
Smoltczyk, Muhsin in Bagdad

Smoltczyk, Muhsin in Bagdad

Foto: SCOTT NELSON / DER SPIEGEL

Der größte Teil der US-Truppen ist nach siebeneinhalb Jahren Besatzung aus dem Land zwischen Euphrat und Tigris abgezogen - doch Friede herrscht noch längst nicht in Bagdad. SPIEGEL-Reporter Alexander Smoltczyk, 52, sah sich in der von Krieg und Terror gezeichneten irakischen Hauptstadt um und erfuhr schon beim Einchecken in ein Hotel, wie angespannt die Sicherheitslage ist. Er solle besser »nicht länger als 30 Minuten an einem Platz« bleiben, riet ihm der Besitzer, entführte Westler seien ein sechsstelliges Lösegeld wert. Smoltczyk sprach unter anderen mit gewöhnlichen Bürgern in einem Café, mit Politikern und dem Chef eines der neuen Nachtclubs. Und er traf den Polizeigeneral Faisal Malik Muhsin, 44, der Anzeichen dafür sah, dass den Aufständischen die Selbstmordattentäter ausgehen. »Nicht wenige Iraker glauben, dass die US-Soldaten zu früh gegangen seien«, sagt Smoltczyk. Manch einer fürchte, dass es zu einem Bürgerkrieg kommen könnte (Seite 88).

Vor 100 Jahren eröffnete die Nestor Motion Picture Company das erste Filmstudio in Hollywood - und unaufhaltsam wuchs im Westen von Los Angeles jene Traumfabrik, die für Generationen von Menschen fast überall auf der Welt große Gefühle produzierte und ihren Machern große Geschäfte bescherte. SPIEGEL-Reporter Matthias Matussek, 56, sprach mit Stars, Agenten, Regisseuren und Produzenten über die Kunst, das Leben als Drama, Komödie oder als Abenteuer zu erzählen. Hilfreich war unter anderem seine Begegnung mit der Schauspielerin Nicole Kidman, 43, die er vor Ort während eines Charity-Lunchs im legendären »Four Seasons«-Hotel traf. Ausgerechnet im Jubiläumsjahr, erfuhr Matussek, geht allerdings die Angst um: Studios wanken, die Bosse sind verunsichert, die Technik ist im Umbruch. Über die Zukunft Hollywoods sprachen die SPIEGEL-Redakteure Lars-Olav Beier, 45, und Philipp Oehmke, 36, mit James Cameron, 56, dem Regisseur des 3-D-Spektakels »Avatar« (Seiten 100, 109).

Bundesregierung und Opposition streiten um eine Reform der Arbeitsmarktförderung, debattiert wird die nun schon 42. Novelle der Hartz-IV-Gesetze, von denen einige bisher nicht die erhoffte Wirkung brachten. Denn die hauptsächliche Zielgruppe der ursprünglich rot-grünen Initiative, die den Sozialdemokraten Gerhard Schröder 2005 wohl die Kanzlerschaft kostete, sollten die Langzeitarbeitslosen sein. An ihnen, fanden die SPIEGEL-Redakteure Guido Kleinhubbert, 37, und Alexander Neubacher, 42, heraus, geht das Gesetzeswerk offensichtlich vorbei. Die Langzeitarbeitslosigkeit stagniert auch in Zeiten des Aufschwungs auf hohem Niveau. Hartz IV aber ist zum Motor für eine florierende Fürsorgeindustrie geworden. Kleinhubbert und Neubacher stießen bei ihren Recherchen auf Unternehmen und Dienstleister, denen es umso besser geht, je mehr Menschen auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. »Armut ist ein Milliardengeschäft«, sagt Neubacher, »Unternehmen, die mit Hartz IV zu tun haben, stehen vor einem Wachstumsschub« (Seite 16).

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