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RECHTSEXTREMISTEN Bedingt einsatzfähig

aus DER SPIEGEL 4/2004

Das Sprengmaterial, das im September des vergangenen Jahres bei Mitgliedern der rechtsextremistischen »Kameradschaft Süd« in München entdeckt worden war, bestand zum größten Teil aus unbrauchbaren Stoffen. Wie ein kriminaltechnisches Gutachten ergab, sind von den 13,87 Kilogramm, die die Neonazis um ihren Anführer Martin Wiese beschafft hatten, 12,2 Kilo »negativ«. 1,67 Kilo - hauptsächlich TNT und RDX - seien jedoch sofort einsatzfähig gewesen. Insgesamt 14 Männer und Frauen waren zunächst im September verhaftet worden. Die Bundesanwaltschaft wirft der Gruppe, gegen die im März Anklage erhoben werden soll, die Gründung einer terroristischen Vereinigung und einen geplanten Anschlag in München vor. Angeblich sollen sich die rechten Kameraden darauf vorbereitet haben, mit dem vermutlich aus Ostdeutschland kommenden Sprengstoff während der feierlichen Grundsteinlegung des neuen Jüdischen Zentrums in der Münchner Innenstadt am 9. November 2003 eine Bombe zu zünden.

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