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aus DER SPIEGEL 37/1987

Die Verhandlungen zwischen Amerikanern und Europäern über die gemeinsame Raumstation »Columbus« sind wieder einmal in der Krise. Die Unterhändler Washingtons verweigern den Europäern eine Garantie, die geplante Raumstation ausschließlich friedlich zu nutzen, und wollen eine europäische Teilhabe an den im Raum gewonnenen Erkenntnissen begrenzen.

Die harte Linie paßt in den Trend. In einem Brief an das Auswärtige Amt berichtete die deutsche Botschaft über mehrere Fälle einer »Politik der Informationsbeschränkung« durch US-Verteidigungsminister Caspar Weinberger. Auf einer »Pulsed Power Conference« in Washington durften zwölf nicht als geheim eingestufte Vorträge auf Intervention des US-Verteidigungsministeriums nicht gehalten werden. Europäischen Botschaftsangehörigen wurde die Teilnahme an einer Mammut-Konferenz des Energieministeriums mit 3000 Teilnehmern über supraleitende Materialien untersagt.

Das Verhalten des US-Energieministeriums unterscheide sich von dem des Verteidigungsministeriums nur insoweit, klagt die deutsche Botschaft in ihrem Brief, »als man hier noch Unwohlsein beim Neinsagen spüren kann«. Das Fazit: Die Amerikaner seien sich - Erlassen des Präsidenten zum Trotz - »einig« darin, einen Informationsaustausch in der Grundlagenforschung zu beschränken, »wenn eine kommerzielle Anwendung in Sicht zu sein scheint«.

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