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BUNDESWEHR Bei Anruf Tod?

Von Alexander Szandar
aus DER SPIEGEL 39/1997

Möglicherweise war ein Handy die Ursache für den schweren Unfall, bei dem im Mai zwei deutsche Soldaten der Sfor-Friedenstruppe auf dem deutschen Stützpunkt Rajlovac bei Sarajevo ums Leben kamen. Aus der Bordkanone eines Spähpanzers vom Typ »Luchs« hatten sich damals mehrere Schüsse gelöst, von denen die Soldaten in einem unmittelbar vor dem »Luchs« stehenden Transportpanzer »Fuchs« getroffen wurden.

Experten des Bundeswehr-Beschaffungsamtes ermittelten nun, daß die Feuerleitelektronik des Panzers wahrscheinlich durch einen elektromagnetischen Puls von außen gestört wurde und deswegen den tödlichen Feuerstoß ausgelöst hatte. Im Verdacht stehen neben den Abstrahlungen von Mobiltelefonen, die bei den Soldaten zwecks Kontakt mit der Heimat sehr beliebt sind, auch neue elektronische Geräte im Panzer selbst. Bedienungsfehler oder ein mechanischer Defekt werden ausgeschlossen. Da sich kurze Zeit nach dem Unfall von Rajlovac ein ähnlicher Vorfall - mit glimpflichem Ausgang - ereignet hat, darf die 20-Millimeter-Waffe bis zum Abschluß der Untersuchungen nur noch geladen werden, wenn der »Luchs« mit nach unten gerichteter Kanone vor einer Sandbarriere steht.

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