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Hausmitteilung Beirut / Pflegeheime / Clichy-sous-Bois / »Dein SPIEGEL«

aus DER SPIEGEL 34/2020
Tugnoli, Schröder, Reuter

Tugnoli, Schröder, Reuter

Foto: Lorenzo Tugnoli / DER SPIEGEL

Christoph Reuter war gerade in Deutschland, als am Dienstagabend vergangener Woche eine Druckwelle seine Wohnungstür in ein halbes Dutzend Teile zerriss. Seit 2012 wohnt der Spiegel-Reporter im Beiruter Stadtteil Gemmayze, dem von der Ammoniumnitratexplosion am stärksten getroffenen Viertel der libanesischen Hauptstadt. Für Reuter begann eine bedrückende Suche nach Bekannten und Nachbarn. Was ist aus Claudette geworden, der kettenrauchenden Schneiderin; aus Abu Mario, dem Friseur; aus Mohammed, dem syrischen Parkplatzwächter und leidenschaftlichen Modellbauer? Alle haben überlebt, stellte sich nach einer knappen Woche heraus, wenn auch teils verletzt. Doch ihre Existenzen liegen in Trümmern: »Niemand weiß, wie es weitergehen soll«, sagt Reuter, »noch ist der Schock größer als die Wut. Noch.« Bei den Recherchen unterstützten ihn der freie Autor Thore Schröder und der Fotograf Lorenzo Tugnoli. zum Artikel 

Als Cornelia Schmergal im Juni zum ersten Mal über die Folgen von Besuchsverboten im Pflegeheim berichtete, wurde sie danach von Leserbriefen überschwemmt. Aufgebrachte Töchter schrieben, wie sie vor Seniorenstiften auf Klappleitern stiegen, um ihren dementen Eltern nahe zu sein, oder sich gleich per Gerichtsbeschluss einklagten. Trauernde Söhne erzählten, dass es ihnen erst erlaubt wurde, die Hand ihrer Mutter zu halten, als diese schon im Sterben lag. Inzwischen wurde die strenge Isolation der Heimbewohner zwar etwas gelockert, aber die Pandemie ist noch lange nicht vorbei. Was also tun? Schmergal sprach mit Bewohnern, Angehörigen und Heimleitern über die richtige Balance zwischen Lebensschutz und Würde. »Ein zweiter, völliger Kontakt-Lockdown für alle Heimbewohner wäre ein Desaster«, sagt sie. zum Artikel 

Die meisten Franzosen kennen den Pariser Vorort Clichy-sous-Bois nur als Krisengebiet aus den Nachrichten – oder aus dem Kino. Im vergangenen Jahr erschien der mehrfach ausgezeichnete Banlieue-Spielfilm »Les Misérables« (deutscher Titel: »Die Wütenden«). Frankreichkorrespondentin Britta Sandberg begleitete Mahmadou Kebe und Doğukan Tur, die in Clichy-sous-Bois aufgewachsen sind und gerade mithilfe des »Les Misérables«-Regisseurs einen Kurzfilm über das dortige Leben drehen. Die beiden nahmen sie mit auf die Dächer der heruntergekommenen Hochhäuser, zu Dreharbeiten, die auf Drogenumschlagplätzen stattfanden, und erzählten ihr, wie sehr sie trotz allem an ihrem Wohnort hängen – »weil alle in derselben Scheiße sitzen und deshalb zusammenhalten«, sagt Kebe, 22. Jeden Abend bestand er darauf, Sandberg bis zu ihrem Auto zu bringen. »Ist eben doch nicht ganz ungefährlich hier.« zum Artikel 

Influencer sind die Werbefiguren der Gegenwart – und längst sind es nicht mehr nur Erwachsene, die sich auf Plattformen wie Instagram, TikTok und YouTube vermarkten. Unzählige Kinder und Jugendliche haben Accounts, auf denen sie Produkte bewerben oder aus ihrem Leben plaudern. Wie das Geschäft der jungen Influencer funktioniert, erklärt die Titelgeschichte von »Dein SPIEGEL«. Außerdem im Heft: unterwegs mit einem Baumpfleger. Und: Wie geht es den Kindern in den griechischen Flüchtlingslagern? »Dein SPIEGEL« erscheint am Dienstag.

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