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ITALIEN Beistand für Berlusconi

aus DER SPIEGEL 25/1998

Hauskrach bei den europäischen Christdemokraten: Gegen die Aufnahme der Europa-Abgeordneten der Forza Italia, der Partei des italienischen Medienmoguls Silvio Berlusconi, in die Straßburger Fraktion der Europäischen Volkspartei protestieren zahlreiche EVP-Abgeordnete. Auch der italienische Regierungschef Romano Prodi hat sich bei EVP-Chef Wilfried Martens, der die Aufnahme befürwortet hatte, über dessen »plumpes Benehmen« beschwert. Martens' Begründung: Er hoffe für Italien auf eine neue politische Mitte in der Nachfolge der Democrazia Cristiana (DC), der Christdemokraten. Prodi, einst DC-Abgeordneter und heute der daraus hervorgegangenen Volkspartei (PPI) nahe, betrachtet dies als »schwere Einmischung in die italienischen Angelegenheiten«. Der Premier führt eine harsche Auseinandersetzung mit Berlusconi, seit dieser seine Mitarbeit an einer Verfassungsreform aufgekündigt hat. Solange nicht »jede Teilnahme Berlusconis an Organen oder Sitzungen der EVP ausgeschlossen« werde, schreibt Prodi, betrachte er seine Zusammenarbeit mit der Europartei als »unterbrochen«. Eine Kopie seines Briefes sandte Prodi auch an Kanzler Kohl - der als Urheber der Hilfsaktion für Berlusconi gilt.

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