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Briefe

Berechtigte Bedenken
aus DER SPIEGEL 21/1996

Berechtigte Bedenken

(Nr. 19/1996, Familienrecht: Ein Richter gewährt Unverheirateten gemeinsames Sorgerecht)

Wenn Grüne und linke Feministinnen bei der Diskussion um das gemeinsame Sorgerecht unehelicher Kinder eine »Schwächung der Frauenrechte« befürchten, wenn es zu einer Besserstellung der unehelichen Väter käme, zeigt dies die geradezu pervertiert egoistische Grundhaltung dieser Frauen. Hier bleibt nur eins: Väter müssen weiterhin für die Rechte dieser Kinder an die Öffentlichkeit und an die Gerichte gehen. *UNTERSCHRIFT:

Ladenburg (Bad.-Württ.) UWE WAGENFELD

Sie behaupten, eine »Allianz zwischen Konservativen und Frauenrechtlerinnen« verhindere eine gesetzliche Regelung, die unverheirateten Paaren die gemeinsame Sorge für das Kind ermöglichen soll. Weiter heißt es: »Feministinnen bei den Grünen, der PDS oder der SPD befürchten gar eine ,Schwächung der Frauenrechte', wenn es zu einer Besserstellung der unehelichen Väter käme.« Tatsächlich sieht der Antrag der SPD-Bundestagsfraktion die Möglichkeit der gemeinsamen Sorge unverheirateter Eltern ausdrücklich vor. Die berechtigten Bedenken vieler Frauen, Feministinnen oder nicht, hinsichtlich der gemeinsamen Sorge als Regelfall nach der Ehescheidung, sollten damit nicht verwechselt werden, weil die Forderung nach automatischer gemeinsamer Sorge auch nach der Scheidung zu oft vom Interesse eines Rechts auf das Kind, weniger von der Übernahme der täglichen Verantwortung für das Kind geleitet ist. *UNTERSCHRIFT:

Bonn DR. EDITH NIEHUIS SPD/MdB

Endlich gibt es Familienrichter, die den Mut haben, gegen die verkrusteten Strukturen des Familienrechtes anzugehen. Wenn vom Wohl des Kindes nicht nur gesprochen wird, sondern sich die Familienrichter grundsätzlich dazu bekennen würden, wären nicht etwa die Hälfte aller Kinder soziale beziehungsweise Scheidungswaisen. Aber noch sind gerade diejenigen Frauen und deren Verbände, die sich am fortschrittlichsten gebärden, diejenigen, die am jahrtausendealten Marienkult festhalten, um ihre eigene Versorgung mit dem »Sorgerecht«, das heißt mit dem Besitz der Kinder zu sichern. Väter werden weiter ausgegrenzt, den Kindern damit eine Stütze ihrer Kindheit genommen. *UNTERSCHRIFT:

Berlin HORST SCHMEIL

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