Polizeiaktionen in Berlin und Rotterdam Hamas soll Anschläge auf Juden in Europa geplant haben – vier Festnahmen
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat am Donnerstag drei mutmaßliche Terroristen in Berlin festgenommen. Die niederländische Polizei nahm in Rotterdam einen weiteren Verdächtigen fest.
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wirft den vier Männern vor, Mitglieder der palästinensischen Terrororganisation Hamas zu sein.
Nach Erkenntnissen der Ermittler sollen sie von der Hamas den Auftrag erhalten haben, Waffen aus einem Erdversteck zu holen und in Berlin zu lagern. Mit den Waffen, so der Verdacht der Ermittler, sollten womöglich Anschläge auf jüdische Einrichtungen in Europa verübt werden.
Mutmaßliche Suche nach Waffenversteck
Die Bundesanwaltschaft geht davon aus, dass die mutmaßlichen Hamas-Mitglieder sich im Oktober mehrfach von Berlin aus auf die Suche nach dem Waffenversteck machten – aber offenbar nicht fündig wurden.
Bei der Razzia am Donnerstag wurden dem Vernehmen nach bislang keine Waffen gefunden.
Die Männer sollen enge Verbindungen zum militärischen Arm der Terrororganisation unterhalten haben, den Kassam-Brigaden.
Nach Angaben der Bundesanwaltschaft handelt es sich bei den verhafteten Männern um den 56-jährigen Niederländer Nazih R., den im Libanon geborenen Abdelhamid Al A., 45, sowie den ägyptischen Staatsangehörigen Mohamed B., 33. Vorläufig festgenommen worden sei zudem der im Libanon geborene Ibrahim El-R., 40.
In Sicherheitskreisen wird der Fall mit großer Besorgnis gesehen. Bisher galt Europa vor allem als »Rückzugsraum« der Hamas – dass die Terrororganisation hier womöglich Waffendepots für Anschläge innerhalb Europas bereithält, könnte der Beginn eines Strategiewechsels sein.
Erst kürzlich hatte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, vor islamistischen Terroranschlägen gegen Jüdinnen und Juden gewarnt. Die Gefahr sei so hoch wie lange nicht.