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Berndt Seite

aus DER SPIEGEL 12/2007

Berndt Seite , 66, von 1992 bis 1998 Ministerpräsident von Mecklenburg-Vorpommern, schmiedet im Ruhestand frivole Verse: »Er sah ihren wippenden Körper in einer Kurve der Fröhlichkeit/ Mit der Zartheit ihrer Jugend schlug sie ein Saite an/ Die in seiner Kammer schon lange nicht mehr erklang.« Wenige Zeilen später deklamiert der gelernte Veterinär: »Ein morgendlicher Ritt durch die Landschaft/ ist wie ein Aufenthalt im Bett einer Jungfrau«. Die Verse stammen aus Seites im Eigenverlag erschienenen Lyrikband »Miszellen«. Der als sittenstreng geltende Christdemokrat,

verheirateter Vater und Großvater, hat seine Freunde bereits mit dem Erstlingsband »Nimmt die Windbraut doch den Schleier« beglückt. Auch hier führen die Triebe den Stift des Ex-Politikers in schwindelnde Höhen: »Mit brüsten reif wie späte orangen/ bevor sie von den ästen fallen/ mit der hand die scham öffnet/ und die brust entblößt/ ist ihre verborgenheit los/ von einer entschlossenheit der begierde/ die sprachlose reden ließe/ dürften sie unter dem baum der erkenntnis die früchte einsammeln/ die geheimnisse des sehnsüchtigen verlangens«, worauf die Ode an »Dini« schließt mit: »aber immer sehr betrunken«.

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