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Bernhard Vogel

aus DER SPIEGEL 36/1987

Bernhard Vogel, 54, rheinland-pfälzischer Ministerpräsident, vermißte das letzte ihm verbliebene Exemplar seiner Doktorarbeit. Die Dissertation zum Thema Freie Wählergemeinschaften hatte Vogel im Landtagswahlkampf verliehen, vergaß aber offenbar an wen. Vogels stellvertretender Regierungssprecher Hans Kaiser versuchte es erst einmal forsch bei einem Südwestfunk-Redakteur: »Ich wollte Ihnen nur sagen, der Ministerpräsident wird knatschig, wenn er Bücher, die er ausleiht, nicht zurückbekommt.« Der Redakteur hatte zwar um das Werk gebeten, es aber nie bekommen. Eine akribische Suche führte schließlich auf die Spur der verschollenen Arbeit, aber auch zu einem Ordnungsruf der in Ludwigshafen erscheinenden »Rheinpfalz": Die forderte »mit allem uns zur Verfügung stehendem Nachdruck unseren Herrn Ministerpräsidenten auf, etwas Ordnung in seine Ausleihpraxis hineinzubringen«.

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