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IRAK-EXPORTE Bestellung aus Bagdad

aus DER SPIEGEL 50/2001

Deutsche Geschäftsleute stehen erneut im Verdacht, dem irakischen Diktator Saddam Hussein bei der Aufrüstung seines Militärs zur Hand zu gehen. Der Irak soll versucht haben, bei deutschen Firmen Hightech-Maschinen für den Bau von großkalibrigen Geschützen (200 bis 300 Millimeter) zu beschaffen. Die Staatsanwaltschaft Mannheim und das Kölner Zollkriminalamt ermitteln nun wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz und das internationale Irak-Embargo. Schon seit dem 26. Oktober dieses Jahres sitzt deshalb ein Maschinenbauingenieur aus Nordbaden in Haft, der bei deutschen Unternehmen auf Einkaufstour für den Irak gegangen sein soll. Der Mann sei »dringend verdächtig, Vermittlerdienste bei der Beschaffung einer Kriegswaffe geleistet zu haben«, so Oberstaatsanwalt Hubert Jobski. Bereits im vergangenen Juni durchsuchten rund 100 Beamte der Zollfahndung und der Polizei - unbemerkt von der Öffentlichkeit - 20 Firmen und Privaträume von Verdächtigen.

Erste Teile, darunter eine spezielle Tiefbohrmaschine, mit der Geschützrohre aus Metallblöcken herausgeschnitten werden können, sind womöglich bereits über Jordanien in den Irak geliefert worden. Nach Auskunft von Jobski besteht der Verdacht, »dass mit solchen Geschützen auch ABC-Munition verschossen werden sollte«. Der Irak verfügt nach Überzeugung westlicher Geheimdienste noch immer über Bestände an chemischen und biologischen Kampfstoffen.

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