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BETONT PRIMITIV

aus DER SPIEGEL 12/1954

zeichnete Walt Disney die Figuren seines dreidimensionalen Trickfilmes »Melody«, in dem er zum erstenmal seinen berühmten Bilderbuchstil à la »Mickey Mouse« und »Donald Duck« aufgibt. In »Melody« sieht man Menschen, wie sie Kinder malen, die spitzen Nasen vergnügter amerikanischer Karikaturisten, die einäugigen Antlitze Picassos und die Wüsten des Surrealisten Salvador Dali. Der Film stellt die sieben Lebensalter des Menschen dar: Ein Baby schleudert in der Wiege

durch den Raum und wird zu einem kleinen Jungen, der mit Träumen ewiger Jugend zur Schule geht. Auf der Universität zeichnet er sich besonders beim Fußballspiel aus. Er stellt den Mädchen nach, heiratet, wird Vater unzähliger häßlicher Kinder, erschrickt über das erste weiße Haar und verfällt schließlich in eine zweite Kindheit. Hager auf einem klapperigen Dreirad sitzend und Jojo spielend, wird er letzten Endes von einem kleinen Kind in den Abgrund des Todes gestoßen.

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