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Bettino Craxi,

aus DER SPIEGEL 25/1998

64, wegen Korruption verurteilter ehemaliger Ministerpräsident Italiens, hat sich im tunesischen Exil zum Künstler gewandelt. In seinem Atelier in Hammamet produzierte der frühere Chef der italienischen Sozialisten unter anderem eine Serie von Lithographien, die mit seinem früheren politischen Leben zu tun hat. »Totengräber der Ersten Republik« heißt die Serie, die solchen auch außerhalb Italiens bekannten Politikern wie La Malfa oder Amato gewidmet ist. Craxi bearbeitet und retuschiert Fotos, und er fertigt Keramiken geschmückt mit Tränen in den Farben Italiens. In einem Interview mit der italienischen Zeitung »L'Espresso« sagt er ohne Anmaßung, »ich bin ein Neuling« in der Kunst, und daß seine »Leidenschaft eine echte« sei. Man könnte ihn »einen Konzept-Künstler nennen«, erkärt der Ex-Ministerpräsident, »natürlich ohne das Talent eines Man Ray, der eine bestimmte Intuition hatte und vor mir da war«. Er plane »keine Ausstellung«, das wäre ihm peinlich. »Aber früher oder später, da bin ich sicher«, sagt der Kunstnovize bescheiden, »wird einer eine für mich machen.«

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