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Briefe

Bewußte Irreführung
aus DER SPIEGEL 46/1980

Bewußte Irreführung

(Nr. 43/1980, Energie)

Sehr zu begrüßen, daß endlich einmal die große Täuschung der elektrisch betriebenen Wärmepumpe einer sachlichen Kritik unterworfen wird.

Von zehn Kilowatt Heizenergie in Form von Öl oder Kohle gelangen nach Erzeugerverlusten und nach S.14 Überlandtransport, Transformatoren- und Ortsverteilungsnetzverlusten bekanntlich etwa drei Kilowatt schließlich zum Hausanschluß.

Wenn man mit Hilfe dieser drei Kilowatt elektrischer Energie durch Ausnutzung der Umweltwärme und mit Hilfe eines wirtschaftlich völlig unverhältnismäßigen Investitionsaufwandes im besten Fall neun Kilowatt in Form von Wärme gewinnt, so bleibt die Tatsache bestehen, daß das Elektrizitäts-Werk zehn Kilowatt in Form von Primärenergie aufwenden muß, um schließlich weniger als zehn Kilowatt, nämlich nur neun Kilowatt, in Form von Wärme zu liefern.

Daß das volkswirtschaftlich betrachtet ein Nonsens, wenn nicht eine bewußte Irreführung bedeutet, scheint allen Förderern dieser modernen Wärmebeschaffung noch nicht aufgegangen zu sein.

Das erwartete große Milliardengeschäft mit Wärmepumpen in den achtziger Jahren mit seiner außerordentlich volkswirtschaftlich bedeutungsvollen Ersparnis an Primärenergie wird trotzdem stattfinden. Aber nur mit einer anderen Technologie und keinesfalls mit elektrischem Strom als Antriebsquelle.

Berlin HELLMUTH BUTENUTH

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