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Briefe

BIERTISCHPOLITIK
aus DER SPIEGEL 21/1962

BIERTISCHPOLITIK

Die »Bier-Order 61« zeigt, welche Einschätzung und Einstellung ein Franz -Josef Strauß gegenüber seinen militärischen Gefolgsmännern im Generals- und Stabsoffiziersrang besitzt, die Verweigerung der Aussagegenehmigung in eigener Sache zeigt, wie sein Rechtsdenken beschaffen ist.

Oldenburg

WOLFGANG ZUBE

Kein Wunder, daß der Oberbefehlshaber der Bundeswehr keine Zeit für das Anliegen seiner Untergebenen hatte, war er doch von den Fibag-Kumpanen zur Genüge in Anspruch genommen.

Düsseldorf

HORST SCHÄFER

Empfehlungsschreiben - en masse, aber nur keine unangenehmen Briefe beantworten!

Oldenburg

JÜRGEN AHRENS

... charakterisierten Sie Friedrich den Großen als einen 'Rechtsbrecher und Verächter der Richter'. Ich weiß nicht, welchem Geschichtsbuch Sie dieses Urteil entnommen haben. Aber wenn die damaligen Richter keine besseren Rechtsprecher waren als es die heutigen sind, denn dürfte seine Verachtung gegenüber dem Richterstand sogar angebracht gewesen sein.

Gießen

NORBERT ZAHN

Ich erinnere hier nur an die auf Anregung Friedrichs des Großen vorgenommenen Justizreformen, an denen von Cocceji, Carmer und Suarez beteiligt waren. Das Allgemeine Landrecht von 1794 ist eine Frucht dieser Bemühungen und zur Grundlage für ein modernes Rechtsdenken geworden. Aber beim SPIEGEL scheinen solche Dinge immer noch unbekannt zu sein. Was mir nicht gefällt, ist die nonchalante Art, mit der man - schwupps! - ein uraltes Vorurteil in einen Artikel einschiebt, der sachlich unterrichten will.

Göttingen

GERHARD VON GLINSKI

Ich bin entsetzt, daß Strauß den vier Feldwebeln, die »seine« Bundeswehrmaschine fliegen, erlaubt, mit ihren vier Ehefrauen nach Athen in den Urlaub zu fliegen.

Wiesbaden

KARL LINNMANN

Vergleichsweise müßten nun der Bundespräsident oder der liebe Gott strafversetzt werden, wenn den Bundesverteidigungsminister sein Kompaß irreleitet.

Langen

SIEGFRIED MÜLLER

Ein Trost, daß es auch in unserer sonst ziemlich schlappen Bundeswehr noch Männer wie den General Harlinghausen gibt...

Nürnberg

KONRAD ECKER

General Harlinghausen ist bestimmt kein Rindvieh, aber er wird so behandelt.

Mühlried (Obb.)

ANTON LOH

Die SPD-Mannen sind das Strammstehen aus ihrer eigenen Parteiorganisation zu sehr gewöhnt, als daß sie vor dem Verteidigungsminister eine Ausnahme machen würden.

Münster

HERMANN KLATT

Wer das SPD-Verteidigungsausschuß -Mitglied Merten in der Wesselschen Fernsehrunde zusammen mit Strauß erlebt und gesehen hat, wie er vor des Ministers strengem Blick züchtig die Augen niederschlug, wundert sich über die Ehrenbezeigung des Ausschusses durchaus nicht.

Freiburg

JÜRGEN RIECKER

Ihr vorsichtiger Einschub über das Verhalten der SPD im Jabo-Fall »Wie stets zu spät, doch guten Willens« ist zu huldvoll gefaßt. Tatsächlich hat die SPD nicht nur sich blamiert (was ja schon öfter vorgekommen ist), sondern auch den SPIEGEL. Können Sie diesen unangenehmen Bundesgenossen nicht endlich abschütteln?

Stuttgart

GERHARD TRIBEL

Die Sozis bringen Sie langsam in Verruf.

Mannheim

KURT HASE

Wie im Fall Fibag, so haben die SPD -Parlamentarier nun auch in der Jabo -Affäre die fundierten Vorwürfe des SPIEGEL dazu benutzt, auf amateurhafte Weise den Verteidigungsminister erst anzugreifen und dann auf professionelle SPD-Manier den Rückzug anzutreten.

Aachen

RUDOLF FELD

Geben Sie es doch auf. Wenn der Verteidigungsausschuß das Strauß-Verhalten im Jabo-Fall als »völlig korrekt« bezeichnet, dann hat es doch keinen Sinn mehr, sich über irgendwelche Affären in diesem Staat zu erregen.

München

THEO MAHN

Wann wird der SPIEGEL es der SPD endlich durch Einstweilige Verfügung gerichtlich verbieten, sich seiner Aufsätze zu bedienen?

Hannover

SIEGBERT RICHTER

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