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Bill Clinton

aus DER SPIEGEL 45/2000

Bill Clinton, 54, US-Präsident, posierte für die Dezember-Ausgabe der amerikanischen Herren-Zeitschrift »Esquire«. Der scheidende Staatsmann, dem eine kräftige Prise Spottlust zu eigen ist, sitzt auf einem Drehstuhl, die Beine weit geöffnet, die fast riesenhaften Pranken liegen locker auf den Knien, die hellblaue Krawatte zielt pfeilartig direkt in den Schritt - ein Bild, überstrahlt von einem vielsagend dicken Grienen. »Ein sehr phallisches Foto«, so ein »Esquire«-Mitarbeiter. Und der Internet-Klatsch-Reporter Matt Drudge, der die Geschichte auf seiner Webseite vorab ausbreitete, lästert, das Foto lasse sich am besten beschreiben als ,Monicas Anblick' und sei wohl mit einem Weitwinkel-Objektiv aufgenommen, was die eigentümliche »Vergrößerung« des präsidentiellen Unterleibs erkläre. Umrahmt wird das Titelbild von der Schlagzeile »Das bis heute aufschlussreichste Porträt«. Dazu liefert der »Esquire« ein Clinton-Interview, in dem der »Lame Duck«-Präsident erklärt, dass er noch immer auf eine Entschuldigung der Republikaner warte, die ihn mit einem Impeachment-Verfahren überzogen. »Sie baten das Land nie um Verzeihung für das Impeachment, sie entschuldigten sich nie für all die Dinge, die sie getan haben.«

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