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Briefe

Billige Ware
aus DER SPIEGEL 1/1974

Billige Ware

(Nr. 52/1973, Pfarrer)

Ein altes Sprichwort sagt, der Hehler sei schlimmer als der Stehler. Sollte analog dazu der krankhafte Verführer Pfarrer Engelhardt, der ein Sklave seines abartigen Dranges ist, im Grunde nicht weniger »schlimm« sein als sein Vorgesetzter Bischof Stein, der seit Jahren sehenden Auges die Verführung der armen kindlichen Opfer zugelassen hat, nur weil ihm das Renommee seiner Kirche über das seelische Wohl seiner Diözesanen gegangen ist? Daß die Pfarrkinder des Engelhardt dessen Schweinereien so lange gedeckt haben, wird mit ihrer Borniertheit und Hörigkeit entschuldigt. Welche »Erklärung« dafür herhalten kann, daß die zuständigen Behörden den Trierer Bischof als den (eigentlich hauptschuldigen) Mitschuldigen ungeschoren lassen, darüber möge sich jeder Gedanken machen.

Nürnberg DR. HELMUT HÄUSSLER

Habe ich nun den SPIEGEL oder die »Praline« abonniert? Nach Lektüre dieses Berichts bin ich mir nicht mehr so ganz sicher. Selten habe ich in Ihrem Magazin einen so vordergründigen Beitrag gelesen. Statt das »gesunde Volksempfinden« zu mobilisieren, sollten Sie sich lieber einmal mit der wissenschaftlichen Diskussion über das Phänomen der Pädophilie befassen. Es ist geradezu ärgerlich, wenn ein Blatt, das doch immerhin einen Gerhard Mauz zu seinen Redakteuren zählen darf, mit so billiger Ware seine Seiten füllt.

München RÜDIGER BECKER

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