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Entsorgung Billiger Brennstoff

aus DER SPIEGEL 1/1996

Nordrhein-Westfalens Umweltministerin, Bärbel Höhn, verdirbt den großen deutschen Entsorgungsunternehmen ein lukratives Geschäft. Unter Umgehung einschlägiger Umweltschutzbestimmungen mischten die Firmen bislang Holzspäne mit gefährlichen Abfällen wie Altölen und verschmutzten Lacken. Damit verwandelten sich die Sonderabfälle in »Wirtschaftsgut«, das als Brennstoff an belgische Zementwerke geliefert wurde. Für die Abnahme zahlten die Entsorger rund 400 Mark pro Tonne an die belgischen Partner; eine ordnungsgemäße Beseitigung im Inland, etwa Verbrennung in Spezialöfen, hätte rund 1500 Mark pro Tonne gekostet. Per Erlaß hat die bündnis-grüne Ministerin Höhn jetzt die Bezirksregierungen des Landes angewiesen, die Umwidmung zu unterbinden, bei der bisher jährlich mindestens 20 000 Tonnen Sonderabfälle als »Wirtschaftsgut« deklariert wurden. Weil in den anderen Bundesländern der Ausweg ins Ausland verboten war, hatten Firmen aus dem gesamten Bundesgebiet Altöle und Lackreste zur Aufbereitung nach Nordrhein-Westfalen geliefert.

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