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Wehrdienst Bitte recht freundlich

aus DER SPIEGEL 48/1996

Das Bonner Verteidigungsministerium registriert Anfangserfolge der Aktion »Freundliches Kreiswehrersatzamt«. Im Einzugsgebiet der 19 ausgewählten Ämter, die an dem Programm beteiligt sind, sinkt die Zahl der Kriegsdienstverweigerer. Die Test-Ämter locken mit freundlicheren Eingangsräumen und hell bemalten Wartezimmern. Mancherorts sitzen nun nette junge Damen am Empfang. Außerdem wurde die Musterungsprozedur gestrafft. Vergangene Woche beschlossen die Wehrbereichspräsidenten, das Projekt auf alle Ämter auszudehnen. Wichtiger für angehende Soldaten wäre allerdings eine schnelle Auskunft, wann und wo sie dienen sollen. Da dies aber oft nicht möglich ist, hören Musterungsbeamte häufig Aussagen wie: »Ich gehe lieber als Zivi zur Caritas, da weiß ich heute schon, wo ich hinkomme.« Ein neues Computersystem soll nächstes Jahr Abhilfe schaffen. Falls die Verweigererzahlen insgesamt zurückgehen, würden sich neue Probleme ergeben: Derzeit wissen die Planer der Hardthöhe nicht, wie sie eine größere Zahl Wehrwilliger rasch in der Truppe unterbringen sollen.

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