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ENTSORGUNG Blauer Sack gegen grünen Punkt

aus DER SPIEGEL 41/1997

Das Duale System Deutschland (DSD) zum Recycling gebrauchter Verpackungen bekommt Konkurrenz. Der hessische Landkreis Lahn-Dill möchte für seine 263 000 Einwohner die Verträge mit dem bundesweiten Monopolunternehmen mit seinen gelben Säcken aufkündigen; ein entsprechender Antrag liegt bereits im hessischen Umweltministerium. Papier und Verbundverpackungen wie etwa beschichtete Milchtüten sollen in blauen Säcken von landwirtschaftlichen Maschinenringen vor Ort gesammelt werden. Gemeinsam mit dem deutsch-schweizerischen Konzern Belland, der Rückholsysteme für abbaubare Kunststoffe anbietet, wollen die Lokalpolitiker das alternative Konzept umsetzen; der Lahn-Dill-Kreis hat bereits eine neuartige Restmüllverwertungsanlage in Aßlar bei Wetzlar erbaut. Der Vorteil: Über den blauen Sack können Verpackungen »zu einem Zehntel der DSD-Gebühren« (Landrat Karl Ihmels) entsorgt werden. Im Bonner Umweltministerium wird der überraschende Vorstoß der Grünen-Punkt-Kritiker als »privatrechtliche Auseinandersetzung« eingeschätzt.

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