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USA Blind im All

aus DER SPIEGEL 35/2000

Amerikas Strategen fürchten ihre eigenen Waffen. Laserkanonen, die von Air Force und Army im Jahr 2003 erprobt werden sollen, drohen die Sensoren amerikanischer Spionagesatelliten zu zerstören. Trifft der Lichtimpuls, mit dem die US-Streitkräfte künftig feindliche Raketen vom Himmel holen wollen, sein Ziel oder irgendeinen anderen Gegenstand, entstehen Reflexionen. Die können noch genügend Energie enthalten, um Optiken zu zerstören. Zudem besteht Blendgefahr für menschliche Augen - etwa von Astronauten auf der Internationalen Raumstation. Wie erst jetzt bekannt wurde, wissen die Militärs im Pentagon schon seit 1997 um dieses Problem. Seit März 2000 müssen sich die Waffenlabors daher Tests ihrer weit reichenden Lichtkanonen genehmigen lassen, um »kollaterale Schäden« zu vermeiden. Die extreme Empfindlichkeit von Weltraumsensoren dürfte ein weiteres Hindernis auf dem Weg zur geplanten US-Raketenverteidigung sein: Die ist abhängig von einer neuen Generation von Beobachtungssatelliten - mit hoch empfindlichen Infrarotaugen.

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