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»Bobby Sands wartet im Himmel auf dich«

SPIEGEL-Redakteur Erich Wiedemann über die Familien der IRA-Häftlinge im Hungerstreik
aus DER SPIEGEL 40/1981

Am 57. Tag des Hungerstreiks von Raymond McCreesh gab der Führungsmann der IRA im Maze-Gefängnis Alarm: McCreesh hatte um ein Glas Milch gebeten. Gefahrenstufe eins für die »Operation Freiheit«.

Doch die Sinn Fein, der politische Flügel der militanten »Irisch-Republikanischen Armee« (IRA), brachte den streikmüden Todeskandidaten schnell wieder auf Kurs. Nachmittags erschien eine dreiköpfige Familiendelegation der McCreeshs mit einer Besuchserlaubnis im Maze-Gefängnis und ließ sich zu Raymond führen.

Der Wortlauf der Unterhaltung, die Raymond mit seiner Mutter und zweien seiner Geschwister im Flüsterton führte, ist nur in Bruchstücken überliefert. Doch den Satz, auf den es ankam, will der aufsichtführende Gefängnisbeamte ganz genau gehört haben. »Hör zu, Raymond«, habe einer der Angehörigen geflüstert, »Bobby Sands wartet im Himmel auf dich, du darfst ihn nicht enttäuschen.«

Raymond McCreesh fragte nicht mehr nach Milch. Er starb in der Nacht zum 21. Mai kurz nach zwei Uhr früh.

Gut 20 Stunden nach Raymond McCreesh, am 21. Mai um 23.29 Uhr, starb ein paar Türen weiter Patsy O'Hara aus Londonderry, gleichfalls am 61. Tag seines Hungerstreiks. Den letzten Schluck Wasser hatte er, mit Blut vermischt, wieder erbrochen. Als seine Familie sich an seinem Sterbelager versammelte, waren Patsys erblindete Augen tief in den Schädel zurückgesunken. Seine Zunge war so dick angeschwollen, daß sie fast die ganze Mundhöhle ausfüllte.

Patsys Schwester Elizabeth hat ihre Eindrücke über die letzten Minuten ihres Bruders in stolzer Trauer für eine Exklusivstory im »RA-Blatt »An Phoblacht« protokolliert: Sein Gesicht war voller » » Schmerz. Gegen 23.20 tat er seinen letzten Atemzug. Mein » » Vater rief: »Patsy!« Und er bewegte zum letzten Mal seinen » » Kopf. Und dann starb er. Und während er starb, änderte sich » » seine Miene. Ein sehr, sehr würdiges Lächeln stand in seinen » » Zügen, das ich niemals vergessen werde. Und ich sagte: »Du » » bist frei, Patsy, du hast gewonnen. Du bist frei.« Und dann » » wurde er kalt. »

Raymond McCreesh und Patsy O'Hara waren Nummer drei und Nummer vier auf der nach oben offenen Todesliste der IRA. Inzwischen hat der Hungerstreik im H-Block des Belfaster Maze-Gefängnisses, in »Long Kesh«, wie die IRA es nennt, zehn Opfer gegefordert. Einer mußte mit Darmverschlingung vorzeitig aus dem Rennen genommen werden. Sieben Gefangene sind zur Zeit auf dem Weg in den sicheren Hungertod.

Der Weg in den Tod ist frei, nachdem vier Familien ihre Söhne kurz vor dem Ziel aus dem Rennen genommen und auf künstliche Ernährung gesetzt hatten. Die IRA befürchtete zunächst weitere Nachahmungstäter. Doch die nationale Disziplin hat sich durchgesetzt. Das Gesetz, nach dem die Hungerkämpfer angetreten sind, gilt wieder: Der Hungerstreik wird beendet, wenn die britische Regierung erklärt, daß die Maze-Gefangenen politischen Status erhalten. Oder er wird beendet durch den Tod des Streikenden.

Und weil Margaret Thatchers gußeisernes Prinzipienkorsett so stramm sitzt, daß kein Platz für Humanitäres ist, deshalb bleibt Fall zwei der Regelfall. Auf der Liste der potentiell Todgeweihten stehen die Namen von noch gut vier Dutzend Kandidaten. Und die IRA ist fest entschlossen, sie alle sterben zu lassen, wenn London nicht nachgibt -- mit oder ohne den Segen der Familien.

Die Moral der Hungernden im H-Block von Long Kesh ist gut. Die meisten sind seit vier Jahren »auf der Decke«, wie es im Fachjargon heißt. Sie kleiden sich aus Protest gegen die Anstaltsordnung nur in Wolldecken, lehnen es ab, sich zu waschen, schmieren S.156 ihre Exkremente an die Zellenwände. Seit vier Jahren.

Das schweißt zusammen. Das selbstauferlegte, gemeinsam erduldete Martyrium gibt der H-Block-Bruderschaft etwas vom Zusammenhalt eines Mönchsordens. »Sie erkennen keine Autoritäten mehr an«, sagt Teresa McCreesh, »die Familie ist für sie nichts mehr, sie sind alle wie Brüder.«

Das Aussteigerrisiko wächst, wenn der streikende Gefangene nach drei Wochen der eisernen Geborgenheit des H-Blocks entrissen und ins Krankenrevier von Long Kesh verlegt wird. Im Krankenzimmer darf er wöchentlich Besuch empfangen -- was, wie IRA und Gefängnisleitung übereinstimmend beobachtet haben, die Opferbereitschaft sichtbar aufweicht.

Aber aus freien Stücken hat bisher keiner aufgegeben. Die vier »Drop-Outs« waren alle nicht mehr bei Bewußtsein und mithin nicht mehr geschäftsfähig, als ihre Familien sie an den Tropf brachten. Allerdings ist von ihnen auch keiner wieder eingestiegen.

Um eine breite Solidarisierung zu erreichen, hatte die Einsatzleitung der IRA die Hungeropfer ziemlich gleichmäßig aus allen sechs nordirischen Grafschaften ausgewählt. Doch das war riskant, wie sich zeigte: Die Familien vom Lande sind selbständiger als die Familien aus der Stadt und daher schwerer unter Kontrolle zu halten.

Um weitere Desertionen zu verhindern, will die IRA nun bevorzugt Freiwillige aus Belfast und Londonderry zum Streik bestimmen. In den katholischen Slums der Großstädte ist das gesunde Volksempfinden immer noch ziemlich leicht zu mobilisieren.

Vor allem im Katholikengetto von West-Belfast ist die IRA unumstrittene Ordnungsinstanz. Gegen IRA-Urteile gibt es keine Berufung. Wer die öffentliche Ordnung stört, fällt dem Strafvollzug durch die »Knee capping squads« anheim. Die »Kniescheiben-Kommandos« strafen durch Schüsse ins Knie und in schweren Fällen von Verrat durch Genickschuß.

Allein am vorletzten Samstag im August wurden im Royal Victoria Hospital an der Belfaster Falls Road sieben Delinquenten mit zerschmetterten Kniescheiben eingeliefert. Nicht, daß die Familien der Streikenden mit Gewalt auf Vordermann gehalten würden. Nur ein paar Scheiben wurden eingeworfen.

Nein, es war etwas anderes: Die geballte Kraft der von der IRA entfesselten öffentlichen Meinung, die Demonstrationen, die bombastischen Heldenbegräbnisse, das ganze über Rundfunk, Zeitungen und Wandmalereien multiplizierte Parolengewitter, das alles schafft eine Atmosphäre, in der jeder Aussteiger des Verrats an der Schicksalsgemeinschaft schuldig wird. Da traut sich niemand, nach der Legitimation S.157 jener zu fragen, die den Schuldspruch sprechen.

Nach der jüngsten Umfrage lehnt neben der protestantischen Bevölkerungsmehrheit Nordirlands auch ein Drittel der nordirischen Katholiken den Anschluß Nordirlands an die Republik Irland ab. Das heißt selbst bei wohlwollender Auszählung: Die Gefangenen im H-Block sterben für ein Ziel, das maximal 20 Prozent der Bevölkerung Nordirlands befürworten.

Den Verdacht, die politische Legitimation der IRA sei nicht so unerschütterlich, wie der Donner ihrer Höllenmaschinen glauben machen möchte, hat der Fall Quinn erhärtet. Paddy Quinn -- 14 Jahre wegen Mordversuchs und verbotenen Waffenbesitzes -- wurde am 47. Tag seines Hungerstreiks, als er bereits im Koma lag, durch ein elterliches Machtwort gerettet.

Das Echo gab der Mutter Cathrine und dem Bruder John recht. Sympathisanten aus ganz Irland riefen an, um zu gratulieren.

Aber es waren nicht immer nur Gratulanten am Telephon. Cathrine Quinn läßt niemanden mehr ins Haus, seit ihr Sohn aus der Hungerfront ausgeschert ist. Und John, ihr Ältester, der zwei Kilometer vom Elternhaus wohnt, öffnet erst, als er hört, daß die Besucher aus Deutschland kommen und nicht aus Belfast.

John Quinn ist ziemlich wortkarg. Noch wortkarger, als Iren sonst sind.

»Hat Ihnen jemand gedroht?«

»No.«

»Wie geht's Paddy?«

»Okay, er ißt Melonen.«

»Hat Paddy die Entscheidung der Familie, ihn zu retten, akzeptiert?«

»No, aber er wird uns irgendwann verstehen. Wenn er wieder gelernt hat, das Leben zu lieben.«

Doch das Beispiel der Quinns hat keine Schule gemacht. In Long Kesh wird weiter gehungert und gestorben.

Was fühlen Eltern, die in untätiger Disziplin mit ansehen, wie ihnen der Sohn willentlich unter den Händen stirbt? Die wenigsten empfinden wie die Mutter von Francis Hughes, der am 59. Tag seines Hungerstreiks starb. Kurz bevor es vorbei war, segnete sie Francis mit einem Kreuz, das man ihr aus Jerusalem geschickt hatte, schlang die Arme um den sterbenden Sohn und rief unter Tränen: »Ich bin die stolzeste Mutter der Welt.«

Auch Francis' Vater Patrick Hughes ist stolz auf seinen Sohn. Nicht aus Eitelkeit, wie er sagt, sondern weil Francis für Irlands Freiheit gestorben ist.

Unten, an der Landstraße nach Bellaghy, haben die Hughes' die schwarzgeränderten Photos der zehn Opfer an Telegraphenmasten befestigt. Patrick hat alle Namen im Kopf. »Das ist Bobby, er schaffte 66 Tage. Das ist Raymond. S.158 Er schaffte 61 Tage. Das ist Martin, 46 Tage. Das ist Kevin, 71 Tage« -- als ob sie alle seine Söhne wären.

Auf einen Sohn wie Francis muß ein nationalistischer Nordire wohl stolz sein. Er war Kommandeur der legendären »Mid Ulster Brigade«, bevor sie ihn einfingen und zu 83 Jahren plus lebenslänglich Gefängnis verurteilten. »Er war der am meisten gesuchte Mann in Nordirland«, sagt sein Bruder Oliver. Francis' Leben fand erst im freiwilligen Tod Erfüllung.

Auch im Gefängnis kriegten sie ihn nicht klein. Noch auf dem Todeslager sang er Rebellenlieder -- zum Schluß mit so schwacher Stimme, daß sich seine Eltern und Geschwister, die in den letzten Tagen bei ihm waren, zu ihm herunterbeugen mußten, um ihn zu verstehen. »Wir waren alle dafür, daß er weitermachte«, sagt Oliver, »wir sind eine alte republikanische Familie.«

Das ist ein Prädikat, für das man im katholischen Nordirland Opfer bringen muß. Deshalb sind die McElwees aus Bellaghy nach Oliver Hughes Kriterien keine alte republikanische Familie.

Alice McElwee, die Mutter von Thomas McElwee, der am 8. August nach 62 Fastentagen starb, empfängt normalerweise keine Reporter. Beim SPIEGEL macht sie eine Ausnahme. Einfach weil ihr gewährleistet scheint, daß er nicht der »sündigen Thatcher-Presse« in die Hände spielt.

Der Automechaniker James McElwee und seine Frau Alice sind ein gutkatholisches irisches Ehepaar. Man sieht das an der Ausstattung des Wohnzimmers: ein mit Devotionalien überladenes Sideboard, an den Wänden Katholisches und Irisches, goldgerahmt, aus Plastik und Porzellan. Vor dem Kamin eine große Einkaufstüte aus dem Duty-free-Shop im Wallfahrtsort Lourdes, ein Karton mit mindestens 500 Kondolenzkarten aus aller Welt: »In loving memory -- the Irish Cricket Club of Minneapolis.«

Die McElwees hatten insgesamt 16 Kinder. Davon leben noch elf, die meisten in Nordirland, ein paar in der »Republik«, der Rest in Kanada. Nur zwei Töchter wohnen noch im Elternhaus. Jim und Alice haben ihre Kinder zu gottesfürchtigen irischen Patrioten erzogen. Daß bei dem einen die Gottesfurcht, bei dem anderen der Patriotismus mehr durchschlug, das stand nun mal in Gottes Rat.

Thomas und sein Bruder Benedict gehörten eher zur patriotischen Kategorie. Das lag zum Teil daran, daß sie regen Umgang mit ihren Vettern Francis und Oliver Hughes pflegten.

Daß sie einmal bei der IRA landen würden, hat Alice McElwee nicht ahnen können, sagt sie. Sie waren alle sehr betroffen ("It knocked us hard"), als sich Thomas und Benedict in Ballymena mit einem Auto versehentlich selbst in die Luft sprengten.

Thomas und Benedict kamen mit dem Leben davon. Nach ihrer Genesung wurde Thomas in Belfast zu 22, Benedict zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Frau McElwee hat alles mit Fassung getragen. Und als sie erfuhr, daß Thomas in den Hungerstreik getreten war, sagt sie nur zu ihrer Nachbarin: »It has to be.« Es muß sein.

Alice McElwee hat die Prüfung zur Zufriedenheit der IRA bestanden. Und sie wird sie noch einmal bestehen, wenn es sein muß. Die durchwachten Nächte, die Solidaritätsadressen, die bösen letzten Tage. »Benedict is on the list«, sagt sie. Soll heißen: Wenn die IRA ihn ruft, wird er folgen.

Ob sie niemals versucht habe, Thomas den Streik auszureden? Nein, sagt Alice McElwee. Er hatte gedroht, sie nicht mehr zu empfangen, wenn sie auch nur versuche, ihn umzustimmen. Und das meinte er ernst. Einmal, als sie eine mißverständliche Bemerkung über den Sinn des Streiks machte, lehnte Thomas es ab, ein Glas Wasser von seiner Mutter zu nehmen.

Das war mitten in der »Schallmauer«, wie sie es nennen. Die »Schallmauer-Phase« beginnt fast immer am 42. Fastentag. Der Vitaminmangel bringt die Körperfunktionen durcheinander. Der Gefangene kann den Harn nicht mehr halten. Die Augen drehen sich unkontrollierbar in ihren Höhlen. Manche schreien, manche weinen. Die ganz harten Burschen wie Francis Hughes krampfen sich zitternd im Bett zusammen und hoffen auf ein Ende.

Jenseits der »Schallmauer« bessert sich der Zustand, der Qual folgt die S.161 Phase der Euphorie. Nur der Todeskampf ist noch mal »sehr, sehr häßlich«, sagt Alice McElwee. Die letzten Tage, als sie ständig bei ihrem Sohn sein durfte, waren die schlimmsten für sie. Thomas hatte ständig ein Lächeln auf den Lippen, während die Familie permanent betete.

»Von einem gewissen Punkt an«, sagt Pfarrer Denis Faul, »ist in Irland alles nur noch Religion.« Pater Faul ist Gefängnispfarrer in Long Kesh und ständiger Kronzeuge des Dramas. Er hat die zehn Todeskandidaten sterben sehen, er hat erlebt, wie Heldenmütter vor den Betten ihrer Söhne zusammenbrachen. Und er hat erlebt, wie Frau McCreesh -- weil sie sonst nichts mehr tun konnte -- dreimal täglich den Teller mit dampfendem Essen, den der Wärter neben das Bett gestellt hatte, vorsichtig ins Nebenzimmer trug, damit Raymond das Essen nicht zu riechen brauchte.

Pater Faul läßt gar keinen Zweifel daran, daß er gegen die Fortsetzung des Hungerstreiks ist. Viele Katholiken, sagt er, seien gegen den Streik. Aber niemand traue sich, gegen den Befehl der IRA anzugehen. In Irland müßten deshalb immer »die Priester die dreckigen Jobs erledigen«.

Nur, Pater Faul ist nicht aus humanitären Erwägungen gegen den Streik, sondern »weil der Streik nicht verantwortungsbewußt geführt wird«, und weil er mit ziemlicher Sicherheit nicht zum Ziel führt. Hungerstreiks an sich hält er für eine legitime politische Waffe.

Und die theologische Seite? Ist Selbstmord durch Hungerstreik keine Sünde?

Faul lacht überlegen. »Wie kann es Sünde sein, sich für einen Kameraden zu opfern?« Und etwas unwirscher: »Ist es eine Sünde, wenn ich einen SPIEGEL-Reporter aus einem brennenden Hotel rette, obwohl ich weiß, daß ich selbst dabei draufgehe?«

Die apostolische Moral der Iren ist weitmaschiger als die römische. Deshalb dürfen katholische Priester in nordirischen Gefängnissen auch, unbehelligt von ihren Prinzipalen, vom Durchhalten predigen.

Pater Faul kann überhaupt nicht verstehen, daß man Attentäter wie Bobby Sands und seine Kameraden einsperrt. »Sie müssen erleben«, sagt er gerührt, »wie sie abends um acht alle gemeinsam auf gälisch den Rosenkranz beten, und Sie werden begreifen, daß diese Boys niemandem was zuleide tun können.«

Doch fürs Rosenkranzbeten sind die Boys nicht in Long Kesh. Von den 400 IRA-Gefangenen sitzen 74 wegen Mordes, 45 wegen Mordversuchs, 15 wegen Raubüberfalls und 118 wegen diverser Sprengstoffdelikte.

Im nordirischen Religionskrieg freilich tragen auch die Soldaten der Königin nicht ständig die Haager Landkriegsordnung unterm Arm. Von Plastikgeschossen getötete Kinder, rabiate Treibjagden auf Sympathisanten. Das ist die andere Seite des nordirischen Traumas.

Letzte Woche nahm der Hungerstreik im Belfaster Maze-Gefängnis eine neue Dimension an. Die IRA kündigte »rechtliche Schritte« gegen Eltern an, die versuchen, ihre Söhne vor dem Hungertod zu retten.

Wer sich zum Streik entschließt, soll künftig vor Streikantritt einen Knastkameraden als Vormund bestimmen, der ihm die Entscheidung über Leben und Tod abnimmt, wenn er selbst nicht mehr handlungsfähig ist.

S.155

Sein Gesicht war voller Schmerz. Gegen 23.20 tat er seinen letzten

Atemzug. Mein Vater rief: »Patsy!« Und er bewegte zum letzten Mal

seinen Kopf. Und dann starb er. Und während er starb, änderte sich

seine Miene. Ein sehr, sehr würdiges Lächeln stand in seinen Zügen,

das ich niemals vergessen werde. Und ich sagte: »Du bist frei,

Patsy, du hast gewonnen. Du bist frei.« Und dann wurde er kalt.

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