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Böcke zu Gärtnern

aus DER SPIEGEL 44/1990

Die Stasi hatte mit den beiden Hauptkommissaren Hans-Joachim Armbrost und Hans-Wilhelm Balke im Niedersächsischen Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) zwei Spitzenagenten plaziert, die nach interner Einschätzung den Fall Kuron noch übertreffen. So war Armbrost in der Abteilung Spionageabwehr ausgerechnet und ausschließlich für die Planung und Entwicklung methodischer Abwehrmaßnahmen gegen die DDR-Dienste verantwortlich. In dieser herausragenden Stellung konnte sich Armbrost mühelos alle Protokolle der Spionageabwehr der Verfassungsschutzbehörden besorgen. Behilflich war ihm dabei eine organisatorische Spezialität des bundesdeutschen Verfassungsschutzes: Die Niedersachsen waren federführend für alle LfV bei der Spionageabwehr. »Im Grunde genommen«, bekennt ein hochrangiger Ermittler, »hat die DDR die Abwehr der Bundesrepublik gegen die Stasi organisiert.« Während Armbrost erst seit 1980 für die Stasi arbeitete, war Balke bereits 1976 als DDR-Spitzel verpflichtet worden. Er war für die Systematik der Spionageabwehr gegen die restlichen Ostblockstaaten zuständig.

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