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Böhms Konto

aus DER SPIEGEL 51/1990

Die Manager der früher bundeseigenen Salzgitter Industriebau GmbH (SIG), Andreas Böhm und Karl-Heinz Rubin, sind offenbar tiefer in die Affäre um die Giftgasfabrik im libyschen Rabita (SPIEGEL 24/1990) verstrickt als bisher angenommen. Die Mannheimer Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen hat in den schweizerischen Bankunterlagen der Imhausen Chemie GmbH - Hauptlieferant der C-Waffen-Fabrik - ein Konto des Salzgitter-Managers Böhm gefunden. Böhm hat nach Überzeugung der Fahnder ebenso wie der vergangene Woche verhaftete Ex-Imhausen-Prokurist Friedrich Schöffel und der Manager Eugen Lang Stillhalteprämien erhalten. Schöffel, Lang und weitere leitende Mitarbeiter der Imhausen Chemie, darunter Geschäftsführer Hans-Joachim Renner, haben, so die Ermittler, vom rechtskräftig verurteilten Firmenchef Jürgen Hippenstiel-Imhausen Schweigegelder in Millionenhöhe kassiert, damit sie den Giftgas-Deal verschleierten. Schöffel, der monatelang als Bauleiter in Rabita tätig war, brachte persönlich die Konstruktionspläne nach Libyen. Nach Einschätzung von Oberstaatsanwalt Peter Wechsung waren Schöffel und seine Komplizen »von Anfang an« eingeweiht und »voll mitverantwortlich«. Gegen Rubin, den Leiter der SIG-Konstruktionsabteilung, ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt auch wegen Verstoßes gegen das Außenwirtschaftsgesetz. Er soll den kriminellen Deal gleichfalls von Beginn an bewußt mitgetragen haben.

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