Zur Ausgabe
Artikel 5 / 77
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

»Böser Wille führte die Feder«

Die Studie des Generalleutnants Albert Schnez, die der SPIEGEL in Auszügen am Montag vergangener Woche veröffentlichte, provozierte Aktion und Reaktion. SPD-MdB Erwin Horn verlangte am letzten Mittwoch die Ablösung von Schnez als Inspekteur des Heeres. Begründung: »Wer eine so reaktionäre Auffassung hat, kann dieser Position in unserer heutigen Zeit nicht mehr gerecht werden.« Zwei Tage später erklärte der Bonner Verteidigungsminister Helmut Schmidt, er sehe »keine Veranlassung zu personellen Veränderungen in den Spitzenstellungen des Heeres«. Der Inhalt der Studie sei »diskussionswürdig, aber auch diskussionsbedürftig«. Den Generalen empfahl Schmidt für die interne und öffentliche Diskussion jedoch »Sorgfalt und Gelassenheit in der Wortwahl«. Für Otto Uechtritz, den Kommandierenden General des 1. Korps in Münster, kam der Rat seines obersten Dienstherrn allerdings zu spät. Uechtritz hatte bereits an die ihm unterstehenden Verbände ein Fernschreiben geschickt, das den »Offizieren unverzüglich bekanntzugeben« sei. Der Text des Fernschreibens, das zunächst als »offen«, eine halbe Stunde nach dem Durchtickern jedoch als »Verschluß-Sache« deklariert worden war:
aus DER SPIEGEL 3/1970
Zur Ausgabe
Artikel 5 / 77
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel