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Briefe

BOMBENIDEE
aus DER SPIEGEL 10/1963

BOMBENIDEE

Der britische Militär-Experte Liddell Hart wird mit seiner schlüssigen Beweisführung dafür, daß die europäischen Atom-Träumereien, die erst England ruiniert haben und nun auch Frankreich binnen kurzem an den Rand des Staatsbankrotts bringen werden, auf taube Ohren stoßen. Der allen rationellen Überlegungen unzugängliche Patriotismus der Franzosen, die den Sowjets mit ein paar Silvester-Scherzartikel-Atombomben imponieren wollen und ihre konventionelle Aufrüstung darob total vernachlässigen, wird Nikita Chruschtschow zu ungetrübtem Schlaf verhelfen.

Hamburg

GERHARD WINKEL

Liddell Hart sieht, wie schon so oft, die Lage völlig klar. Ich teile seine Meinung in vollem Umfange. Die Deutsche Bundesregierung, Herr Adenauer, hätte alle Veranlassung, die befreundete Nation Frankreich dringlichst aufzufordern, endlich die längst fälligen, nichtnuklearen Forderungen der Nato zu erfüllen. Rücksichtnahmen jedweder Art sind hier fehl am Platze.

Für den deutschen Beitrag zur Nato bedarf es keiner irgendwie gearteten Atom -Eigenbrödelei und auch keinerlei besonders ins Gewicht fallenden Erhöhung der Kopfstärke der Bundeswehr.

Notwendig ist vielmehr eine erhebliche Erweiterung der Qualität der deutschen Divisionen in bezug auf Bewaffnung und Ausrüstung. Schwerpunkte liegen auf dem Gebiet der Panzerzahl und -entwicklung, der Panzer-Abwehr sowie der Tiefflieger-Abwehr und -Unterstützung. Der entwickelte Standard-Panzer mit englischer 10,5-Zentimeter-Kanone scheint für die Truppe zur Zeit das Wirksamste auf diesem Gebiet zu sein. Bonn

FRITZ ESCHMANN

SPD-MdB Eschmann

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