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Bonn nicht informiert

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aus DER SPIEGEL 16/1987

Ohne Wissen der Bundesregierung haben die Amerikaner die Stationierung von weiteren 79 Jagdbombern des Typs F-16 in der Bundesrepublik beschlossen. Die Luftflotte muß nach dem Nato-Referendum der Spanier vom bisherigen Standort auf der US-Basis Torrejon bei Madrid abgezogen werden. Die spanische Regierung, der jetzt von Washington die geplante Verlegung angekündigt wurde, verlangt außerdem, daß auch die bei Saragossa stationierten Tankflugzeuge verlegt werden. Die F-16-Bomber mit einer Reichweite von 3800 Kilometern können auch Atomwaffen tragen. Sie sind von der US-Regierung für Kriegseinsätze außerhalb des Nato-Gebietes, zum Beispiel in Libyen, vorgesehen. Würden sie in die Bundesrepublik verlegt, müßte das amerikanische Verteidigungsministerium Bonn nach den noch auf die Besatzungszeit zurückgehenden Verträgen zuvor lediglich unterrichten. Daß Bonns stärkster Verbündeter nicht einmal diese Konsultationspflicht ernst nimmt, mußte das Auswärtige Amt erst im März kleinlaut einräumen: Bonn war ahnungslos, als die Amerikaner über den Luftwaffenstützpunkt Ramstein in der Pfalz 500 TOW-Panzerabwehrraketen an das Khomeini-Regime im Iran lieferten.

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