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AFRIKA Boom für Waffenhändler

aus DER SPIEGEL 7/1999

Ein Strom von Waffen fließt nach Afrika. Experten reden von einem »Vulkan kurz vor dem Ausbruch«. Nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch schicken Firmen aus nicht weniger als 50 Ländern ständig Kriegsmaterial in die Region der Großen Seen im Zentrum des Kontinents. So versorgen die USA Uganda, das als Durchgangsstation für Lieferungen an die Rebellen im Südsudan und an die Anti-Kabila-Koalition im Kongo dient. Auf der anderen Seite erfüllt Rußland einen Kooperationsvertrag mit den Streitkräften der Regierung von Angola, die auf seiten Kabilas kämpfen. Moskau liefert zudem Kampfflugzeuge an Äthiopien und Eritrea, die gegeneinander Krieg führen. Wie die privaten Waffengeschäfte funktionieren, zeigt die Versorgung des Bürgerkriegslandes Sierra Leone: Britische Waffenhändler bestellen in Bulgarien Kalaschnikow-Sturmgewehre; die Ware wird von dort nach Sierra Leone geflogen und mit Diamanten bezahlt. Maschinen der englischen Firma Air Atlantic Cargo transportierten in den vergangenen Monaten auch Waffen in den Kongo, nach Namibia und Botswana - Staaten, die von Bürgerkriegen heimgesucht werden oder in regionale Konflikte verwickelt sind.

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