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Briefe

Borderliner, Narzissten, Maniker
aus DER SPIEGEL 51/2009

Borderliner, Narzissten, Maniker

Nr. 49/2009, Autoren: Der erstaunliche Erfolg von »Irre! Wir behandeln die Falschen«

Ich möchte den Ausführungen von Manfred Lütz energisch widersprechen: Stalin war nicht normal. Er litt an einer dissozialen Persönlichkeitsstörung, war bereits als junger Mann kriminell, und seine groteske Paranoia dürfte Tausende, wenn nicht Millionen das Leben gekostet haben. Nicht jeder, der psychose-, demenz- oder suchtfrei ist, ist deshalb gesund. Ein gesunder Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass er sich seiner Verantwortung sowohl sich selbst als auch seiner Familie und seinen Mitmenschen gegenüber bewusst ist. In den meisten Gesellschaften üben dahingegen Menschen, die man früher Psychopathen nannte, einen überproportionalen, oft unheilvollen Einfluss aus, weil rücksichtsloser Machtwille ihnen den nötigen Antrieb verleiht, sich auf Kosten anderer an die Spitze zu intrigieren und dort ihr gewissenloses Spiel zu treiben. Es ist ein nicht bestreitbares Faktum, dass die Masse sich von Borderlinern, Narzissten und Manikern angezogen und unterhalten fühlt. Wer jedoch näher mit denen zu tun hat, erfährt am eigenen Leib das Elend, das sich dahinter verbirgt.

HAMBURG CHRISTA HESSELKAMP-WIESE

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