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Boris Jelzin,

aus DER SPIEGEL 43/1997

66, russischer Präsident, kann sich im Kreml unbesorgt an den Tisch setzen. Alle Nahrungsmittel und Getränke, die seine Küche einkauft, werden vor der Zubereitung mit wissenschaftlicher Akribie untersucht. Dies besorgt ein Forschungslabor, das Stalin 1938 gründete und das seither dafür zuständig ist, daß den Insassen des Kreml nichts Unbekömmliches serviert wird. Als Vorkoster verwenden die Wissenschaftler, die streng abgeschirmt in einem Moskauer Randbezirk Speisen, Getränke und auch Medikamente testen, 60 Kaninchen, 300 Mäuse und rund 30 Meerschweinchen. Letztere seien »wegen ihrer biologischen Ähnlichkeiten mit dem Menschen« besonders gut dafür geeignet, erläuterte einer der Forscher kürzlich der russischen Zeitung »Iswestija«. Das von diesem Labor eigens entwickelte Gütesiegel, ein zweiköpfiger Adler mit Dreieck und einem roten Kreuz, erhielten bisher das Mineralwasser »Wolgafelsen« und der Wodka »Sirau«, der allerdings nicht von den Meerschweinchen und Mäusen getestet wird, sondern von einem »künstlichen Magen«.

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