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Brandt bei Bahro

aus DER SPIEGEL 44/1979

SED-Kritiker Rudolf Bahro suchte prominenten Rat für seine politischen Pläne. Am Freitagabend vorletzter Woche traf der Marxist, der die Linken außerhalb der SPD in einer Sammlungsbewegung organisieren möchte, in der Wohnung seines Verlegers Thomas Kosta mit dem SPD-Vorsitzenden Willy Brandt zusammen. Als Bahro seine Absichten erläuterte und Auskunft über die westdeutsche Linke erbat, warnte der Ex-Kanzler und Chef der Sozialistischen Internationale vor übereilten Parteigründungen: Bahro könne sich noch keine Vorstellungen von den Schwierigkeiten machen, die zerstrittenen linken Gruppen zusammenzuführen. Auch der niedersächsische SPD-Vorsitzende Peter von Oertzen beurteilt die Pläne skeptisch: »Ich fürchte, daß er das Ausmaß an Borniertheit und Fraktionsegoismus ... erheblich unterschätzt.«

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