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Naturschutz Briefmarke für Fidel Castro

aus DER SPIEGEL 48/1996

Auf der Karibikinsel Kuba soll mit deutscher Finanzhilfe einer der weltweit größten Nationalparks entstehen. Zusammen mit Oro Verde ("Grünes Gold"), der Frankfurter Stiftung zur Rettung der Tropenwälder, eröffnen Vertreter der Regierung in Havanna diese Woche offiziell ein Naturreservat. Der Nationalpark im Osten der Insel ist nach dem deutschen Südamerikaforscher Alexander von Humboldt benannt.

Auf einem weitgehend unberührten Gebiet von 60 000 Hektar sollen Regen- und Trockenwälder sowie Mangroven geschützt werden. In dem Areal, rund fünfmal so groß wie der Nationalpark Bayerischer Wald, leben so seltene Arten wie der kubanische Schlitzrüßler, der Elfenbeinspecht und Seekühe.

Teile des Reservats sollen für eine »angepaßte touristische Nutzung« geöffnet sein. Aus dem Verkauf von Tropenwald-Briefmarken der Deutschen Post (150 000 Mark) sowie aus Spendengeldern von Oro Verde stehen rund 900 000 Mark für das deutsch-kubanische Projekt bereit. Die Personalkosten und Infrastruktur des Parks will die neu geschaffene kubanische Schutzgebietsbehörde Centro Nacional de Areas Protegidas übernehmen.

Damit geht das sozialistische Kuba Fidel Castros erstmals für ein Ökoprojekt eine Partnerschaft mit einem westlichen Land ein. Teil des Projekts ist ein Wissenschaftleraustausch auf privater Basis, da die Tropenforschung von Bonn »sträflich vernachlässigt wird«, wie Oro-Verde-Geschäftsführer Manfred Niekisch beklagt.

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