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Brigitte Bardot,

aus DER SPIEGEL 2/2003

Brigitte Bardot, 68, ehemaliger französischer Filmstar und radikale Tierschützerin, zieht wegen eines Papageis gegen die Stadt Paris zu Felde. Grund der Empörung ist der von der Stadtverwaltung genehmigte Kauf eines Werks des Belgiers Marcel Broodthaers aus dem Jahr 1974 durch das Museum der Modernen Künste. Das Artefakt besteht aus zwei Palmen nebst einem Tonband, von dem die Stimme des Künstlers ertönt mit der Endloswiederholung: »Ich sage, ich sage, ich sage«, samt Käfig mit einem lebenden Papagei. Die Arbeit mit dem Titel »Sage nicht, dass ich es nicht gesagt habe« kos-tete 210 000 Euro. Brigitte Bardot ist nun keineswegs über den Preis entsetzt oder über das merkwürdige Kunstwerk, ihr geht es um die Befreiung des Papageis. Sie schrieb an Bürgermeister Delanoë: »Während die Stadt es nicht zu Wege bringt, genug Geld zum Sterilisieren der streunenden Katzen aufzubringen, werden 1,3 Millionen unserer verschwundenen Francs dazu verwendet, einen Papagei zu lebenslanger Haft zu verurteilen.« Das Museum versuchte zu beschwichtigen: Das Federvieh werde keineswegs lebenslänglich, sondern drei Monate lang im Rahmen der Ausstellung gezeigt. Für artgerechte Ernährung und eine konstante Temperatur von 20 Grad werde gesorgt, und ein Veterinär sei damit beauftragt, sich täglich um das Wohlbefinden des Tieres zu kümmern.

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