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Hausmitteilung Brinkbäumer / Titel

aus DER SPIEGEL 45/2018
Brinkbäumer

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Foto: JOHANNES ARLT / Der Spiegel

Am Montag hat sich Klaus Brinkbäumer von der Redaktion verabschiedet. Er scheidet als Chefredakteur aus, bleibt dem Haus aber bis Ende März als Autor erhalten. Die Nachfolger Steffen Klusmann, Ullrich Fichtner und Barbara Hans werden im kommenden Jahr einen gemeinsamen Betrieb aus den Redaktionen von SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE führen, bis dahin verantworten Brinkbäumers bisherige Stellvertreter Susanne Beyer, Dirk Kurbjuweit und Alfred Weinzierl die Geschäfte beim Magazin. Klaus Brinkbäumer habe, so schrieb ein SPIEGEL-Kollege auf Twitter, in seinen knapp vier Jahren als Chefredakteur den SPIEGEL zu einem besseren Ort gemacht, und das stimmt. Als ehemaliger Leistungssportler hat er Fairness und Zusammenspiel vorgelebt und eingefordert, er hat die Stimmung im Haus wesentlich verbessert, große Geschichten wie die Schulz-Story befördert, das Bezahlangebot SPIEGEL Plus auf SPIEGEL ONLINE eingeführt, im März dieses Jahres eine Layout-Reform vorgenommen und die Fusion der beiden großen Redaktionen vorbereitet. Etliche Titelbilder gewannen Preise, unter anderem die Trump-Serie des New Yorker Künstlers Edel Rodriguez. 1993 fing Brinkbäumer als Redakteur beim SPIEGEL an, deckte den Steuerfall um den Tennisstar Steffi Graf mit auf, begab sich nach den Anschlägen des 11. September 2001 auf die Spuren der Attentäter und half mit, den Kollegen Andreas Lorenz auf den Philippinen aus der Geiselhaft zu befreien. Für die Reportage »Afrikanische Odyssee« bekam er den renommierten Egon-Erwin-Kisch-Preis, als Korrespondent in New York begleitete er den Wahlkampf Barack Obamas und die ersten Jahre von dessen Präsidentschaft, bis ihn 2011 die damaligen Chefredakteure Mathias Müller von Blumencron und Georg Mascolo als Textchef und dann als Stellvertreter in die Chefredaktion beriefen. Wir danken Klaus Brinkbäumer für 25 gute gemeinsame Jahre.

Es ist das größte Datenleck in der Geschichte des Sports: 3,4 Terabyte Material, über 70 Millionen Dokumente, zur Verfügung gestellt von der Enthüllungsplattform Football Leaks. In einer mehrwöchigen Serie geben der SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE Einblicke in Geheimabsprachen und Geheimpapiere, die zeigen, warum Bayern München monatelang hinter verschlossenen Türen eine private Eliteliga plante und so die Verbände und die restlichen Klubs hinterging. Die Dokumente offenbaren ebenfalls, dass Gianni Infantino, der Chef der Fußballweltverbands Fifa, angetreten als Retter des Fußballs, nur ein weiterer Despot zu sein scheint, der sich diesen Sport untertan machen will. Der mächtigste Sportfunktionär der Welt paktierte mit arabischen Scheichs, die Hunderte Millionen in Großklubs wie Manchester City und Paris Saint-Germain investieren. Wie schon vor zwei Jahren hat der SPIEGEL seinen Datensatz mit 14 Partnern des internationalen Recherchenetzwerks European Investigative Collaborations geteilt. 80 Rechercheure werteten die Daten acht Monate lang gemeinsam aus. Mit dabei war der Norddeutsche Rundfunk, der am Sonntag um 21.45 Uhr in der ARD seine Dokumentation »Football Leaks – von Gier, Lügen und geheimen Deals« zeigen wird. Für SPIEGEL-Investigativreporter Rafael Buschmann, der den Kontakt zu den Machern der Enthüllungsplattform Football Leaks hielt, gehen die Geschichten weit über den Fußball hinaus: »Der Sport ist mittlerweile zu einem Spielball von Mächtigen und Reichen geworden, die glauben, dass Regeln und Gesetze für sie nicht gelten.« Zum Artikel 

Video Bayern, Infantino, Financial Fair Play SPIEGEL-Investigativreporter Rafael Buschmann über die neuen Veröffentlichungen des Projekts »Football Leaks«

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SPIEGEL-Investigativreporter Rafael Buschmann über die neuen Veröffentlichungen des Projekts »Football Leaks«

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