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Bruno Théry

aus DER SPIEGEL 49/2002

Bruno Théry , 42, Zeichner in Frankreich, hat sich mit einem Plakat für das Jazz-Festival von Vienne bei Lyon den Vorwurf der Gotteslästerung eingehandelt. Gegen das Plakat, auf dem ein kleines weißes Teufelchen an der Brust einer dunkelhäutigen Frau saugt, verbündeten sich im Parlament der Region Rhône-Alpes Vertreter des rechtsradikalen Front National mit Politikern der konservativen Chirac-Partei UMP. Das Plakat sei »blasphemisch«, ziehe die Mutterschaft in den Schmutz und verletze »christliche Überzeugungen«, stellten die rechten Tugendwächter fest. Das Parlament beschloss mit knapper Mehrheit, dem Festival die Subventionen zu entziehen, sollte das »abscheuliche und diabolische« Plakat nicht zurückgezogen werden. Dies lehnt der Leiter des Festivals, Jacques Launay, ab. Der Künstler habe sich von den »Ammen des Jazz« inspirieren lassen, von Ella Fitzgerald und anderen schwarzen Sängerinnen. Das saugende Teufelchen stelle den Jazz dar, diese »Musik aus Feuer, Leidenschaft und Rhythmus«. Die Standhaftigkeit des Festivalleiters ist 65 000 Euro wert, so hoch waren die avisierten Subventionen.

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