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FRANKREICH Buhlen um Jäger

aus DER SPIEGEL 32/2001

Aus wahlpolitischem Opportunismus wollte Premierminister Lionel Jospin, 64, eine lautstarke Klientel bedienen und verrechnet sich zum Schaden seiner Sozialisten. Unter dem Druck der Jäger, die für längere Jagdzeiten auf Wasser- und Zugvögel Straßen blockierten, verfasste der Regierungschef, der in seinem Wahlkreis Cintegabelle bisher nicht als Waidmann von sich reden machte, einen Brandbrief an die Brüsseler Umwelt-Kommissarin Margot Wallström. In Frankreich, so Jospin, begreife »ein großer Teil der Bevölkerung das Jagdrecht als Errungenschaft der Revolution«. Die von der EU festgelegte Jagdsaison könne daher dem »Image Europas schaden«. Jospins neuer Umweltminister, der Grüne Yves Cochet, schlug hart gegen den Boss zurück: Die Schar der Jagd-Fundis bringe höchstens noch 300 000 Wahlstimmen, die wachsende Anzahl der Vogelfreunde dagegen ein Vielfaches. Was sein Premier von der EU verlange, schimpfte Cochet, »kommt überhaupt nicht in Frage«. Auf die Forderung von Sozialisten, den Minister zu feuern, hat Jospin bisher nicht reagiert.

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