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Hausmitteilung Bundespräsident / Hundeschlittenrennen / Russland / Titel

aus DER SPIEGEL 9/2012
SPIEGEL-Titel 23/2010

SPIEGEL-Titel 23/2010

Foto: Foto: Götz Schleser; Foto Umklapper: S.Sch¿rmann / ddp

Journalisten leben in der ständigen Angst, Wichtiges zu verpassen, Wesentliches zu übersehen, zu spät zu kommen. Im Fall der Nominierung von Joachim Gauck, 72, für das Amt des Bundespräsidenten war der SPIEGEL allerdings zu früh dran. Ein Titelbild im Juni 2010 zeigte Gauck, die Schlagzeile lautete »Der bessere Präsident«; auch wenn es nichts nutzte, gewählt wurde bekanntlich Christian Wulff, 52. Ob Gauck nicht nur der bessere, sondern ein guter Präsident wird, wird die Redaktion kritisch und unparteiisch verfolgen. In dieser Ausgabe geht es um Wulffs Verfehlungen sowie den Streit der Regierungskoalition um Gaucks Nominierung (zum Artikel ).

Das Iditarod ist das härteste Hundeschlittenrennen der Welt: 1600 Kilometer durch die Wildnis Alaskas und über die zugefrorene Beringsee. In diesem Jahr will die Deutsche Silvia Furtwängler, 50, in die Domäne rauer Männer einbrechen; SPIEGEL-Redakteurin Cathrin Gilbert, 27, begleitete sie und ihre 16 Huskys beim Training in Alaska. »Die Tiere sind wahnsinnig sensibel«, sagt Gilbert. Erschreckte sich ein Husky, weil ein Elch vorbeilief, hielt Furtwängler an, stieg vom Schlitten und erklärte dem Hund, dass keine Gefahr drohe. Erst dann konnte die rasante Fahrt weitergehen (zum Artikel ).

Bevor Russland am Sonntag einen Präsidenten wählt, erkundete ein SPIEGEL-Team die Stimmungen und Spannungen in dem Riesenreich. Rund 50 000 Kilometer legten die Redakteure Walter Mayr, 52, Christian Neef, 60, und Matthias Schepp, 47, sowie Fotografin Anna Skladmann, 25, zurück. An der Schwarzmeerküste traf Schepp auf Kritiker des mächtigen Kandidaten Wladimir Putin, 59, die den Redakteur zu jener Uferstelle führten, an der der Premier im Herbst bei einem PR-Tauchgang angeblich antike Amphoren aus dem Meer gefischt hatte. Neef hingegen sprach in der früheren Strafrepublik Mordwinien mit Verehrern Putins. Sie zeigten ihm Eissporthallen und eine Wurstfabrik, die ihnen der Premier beschert habe, und tranken nebenbei so viel Wodka auf Putins Wohl, dass der Redakteur den Nachtzug nach Moskau verpasste. Die Geschichte ist trotzdem pünktlich zur Wahl im Heft (zum Artikel ).

Als der SPIEGEL 1966 »Die Reichen in Deutschland« porträtierte, war die Welt der Vermögenden noch in Ordnung. Angst hatte die oberste Oberschicht allenfalls vor dem Kommunismus. Seitdem ist die Kluft zwischen Arm und Reich dramatisch gewachsen - und mit ihr die Kapitalismuskritik. Entsprechend verunsichert sind die Vermögenden im Land. »Geld wird mittlerweile versteckt wie ein Drogenproblem oder eine Krankheit«, resümiert Titelautor Thomas Tuma, 47. Mit seinen Kollegen Markus Dettmer, 51, Katrin Elger, 31, und Martin U. Müller, 30, befragte er Unternehmer, junge Erben, Top-Manager und Internet-Millionäre. Manche sprachen nur im Schutz der Anonymität mit den Redakteuren, andere, wie der Unternehmer Arend Oetker, 72, machten ihrem Ärger darüber Luft, für die Exzesse der Finanzwirtschaft in Sippenhaft genommen zu werden. In diesem Heft beginnt eine vierteilige Serie über die Reichen (zum Artikel ).

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