Genauer Einsatzort bleibt geheim Bundeswehr-Fregatte zur Stärkung der Nato-Nordflanke aufgebrochen

140 Meter lang und 220 Einsatzmitglieder an Bord: Die »Mecklenburg-Vorpommern« ist als Teil der schnellen Nato-Eingreiftruppe ausgelaufen. Und Kanzler Scholz bekennt: Der Krieg belastet ihn über seinen Arbeitstag hinaus.
Fregatte »Mecklenburg-Vorpommern«

Fregatte »Mecklenburg-Vorpommern«

Foto: Hauke-Christian Dittrich / dpa

Um die Nordflanke der Nato mit abzusichern, ist am Donnerstag die deutsche Fregatte »Mecklenburg-Vorpommern« von Wilhelmshaven aus aufgebrochen. Das Kriegsschiff soll in den nächsten Monaten auch Teil der schnellen Eingreiftruppe des Militärbündnisses werden, wie das Marinekommando mitteilte.

An Bord der fast 140 Meter langen Fregatte sind rund 220 Soldatinnen und Soldaten, darunter Besatzungsmitglieder aus der Slowakei. Dazu gehören außerdem eine Facharztgruppe sowie Marineflieger mit zwei Bordhubschraubern.

»Das Schiff und die Besatzung haben nach einer Zwischeninstandsetzung nunmehr gut neun Monate Einsatzausbildung mit klarem Fokus auf Aufgaben der Landes- und Bündnisverteidigung hinter sich«, sagte Fregattenkapitän Hendrik Wißler laut einer Mitteilung der Marine. Es gelte nun, diese Fähigkeiten als Teil der schnellen Eingreiftruppe der Nato einzubringen, Einsatzbereitschaft zu demonstrieren und so zur Bündnisverteidigung beizutragen, erklärte der Kommandant.

Die Fregatte lief am Vormittag aus. Zur Verabschiedung waren die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverteidigungsministerium, Siemtje Möller (SPD), und ihr slowakischer Kollege Marian Majer auf den Stützpunkt gekommen. Auch Familien und Freunde der Besatzung sowie ein Marinemusikkorps waren dabei. Den genauen Einsatzort nannte die Bundeswehr nicht – allgemein erstreckt sich das Seegebiet der Nato-Nordflanke über die Ostsee, die Nordsee und den Nordatlantik.

Ende Februar waren kurz nach dem Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine bereits mehrere deutsche Marineschiffe von Kiel aus in die Ostsee entsandt worden. Die »Mecklenburg-Vorpommern« wird laut aktueller Planung im Juli zurück in Wilhelmshaven erwartet.

»Da kann man nicht abschalten, das hört nicht einfach auf«

Derweil erklärte Buneskanzler Olaf Scholz, dass ihn die Gedanken an den Krieg in der Ukraine weit über seinen Arbeitstag hinaus verfolgen. »Da kann man nicht abschalten, das hört nicht einfach auf«, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag auf der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos in der Schweiz. Wie Millionen anderen Menschen in Europa und der Welt bereite ihm das jeden Tag Sorge. »Auch die Frage, ob jetzt ein Krieg ausbricht, der über den gegenwärtigen Krieg in der Ukraine hinausgreift.«

Die Bilder und das Leid in dem Land, das sich seit mehr als drei Monaten gegen einen russischen Angriff wehrt, seien furchtbar. »Und ich finde, dass man den Schrecken darüber und die Sorge, die damit verbunden ist, nicht wegtun soll«, sagte der Bundeskanzler. »Sondern sie muss jeden Tag ein Ansporn sein, dass wir alles dafür tun, dass dieser furchtbare Krieg so schnell wie möglich endet.«

dop/dpa
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