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Bundeswehr Zahl der Afghanistanveteranen niedriger als angegeben

Mehr als 150.000 Bundeswehrangehörige waren in Afghanistan, sagt Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer. Nach SPIEGEL-Informationen gehen Experten der Bundeswehr intern von einer deutlich geringeren Zahl aus.
aus DER SPIEGEL 33/2021
Deutsche Soldaten in Afghanistan (Foto aus dem Juni 2021)

Deutsche Soldaten in Afghanistan (Foto aus dem Juni 2021)

Foto: - / dpa

Die von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) mehrfach genannte Zahl der deutschen Bundeswehrkräfte in Afghanistan ist deutlich zu hoch. Die Politikerin behauptet, »über 150.000 Männer und Frauen« der Bundeswehr hätten am Hindukusch gedient.

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Tatsächlich aber gehen Experten der Bundeswehr intern von rund 93.000 Soldaten und Soldatinnen aus, die seit 2001 nach Afghanistan geschickt wurden. Diese Schätzung beruht insbesondere auf der Zahl der verliehenen Einsatzmedaillen, die fast jeder Afghanistankämpfer erhalten hat, und deckt sich mit Forschungen der Potsdamer Soziologin Anja Seiffert. Eine präzise Zahl liegt angeblich nicht vor. Es sei »strukturbedingt technisch nicht leistbar«, diese zu ermitteln, behauptet ein Sprecher der Bundeswehr.

Aus: DER SPIEGEL 33/2021

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Kramp-Karrenbauer orientiert sich wohl an den 163.980 sogenannten Einsatzteilnahmen. Diese enthalten aber Mehrfacheinsätze und sagen daher nichts darüber aus, wie viele Afghanistanveteranen es gibt. Fachleute vermuten, dass die Bundeswehr in den ersten Einsatzjahren bei der Datenerfassung geschlampt hat und jetzt den Aufwand scheut, die genaue Zahl nachträglich zu ermitteln.

Kramp-Karrenbauer will am 31. August das Ende des Afghanistaneinsatzes mit einem Großen Zapfenstreich und einem Appell würdigen, an dem auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilnehmen soll. Auf dem Höhepunkt des deutschen Engagements 2010 waren gut 5000 Angehörige der Bundeswehr in Afghanistan. Deutschland stellte damit nach den USA und Großbritannien die meisten Truppen. Ab 2011 wurde ihre Zahl verringert.

klw
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