Black-Lives-Matter- Demonstrantin in Köln 2020: Ist die Frage nach der Herkunft rassistisch?
Foto: David Klammer / laifSPIEGEL-Redakteure streiten über Cancel Culture Darf man noch sagen, was man denkt?
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Zwei Texte der Redakteure René Pfister und Jonas Schaible sorgten in dieser Woche für Diskussionen in der Leserschaft, aber auch in der SPIEGEL-Redaktion. Pfisters »Ein falsches Wort« über die Bedrohung der Meinungsfreiheit und Schaibles »Warum wir den Begriff Cancel Culture canceln sollten« waren unabhängig voneinander entstanden und kamen zu völlig unterschiedlichen Bewertungen. Nun haben sie in einem Chat ihre Argumente ausgetauscht.
Schaible: Bevor wir über diese Schlussfolgerung reden können, müssen wir über die Aussage an sich sprechen: Natürlich glauben Menschen, dass sie Probleme bekommen können, wenn sie offen ihre Meinung sagen. Menschen wägen ständig ab, was sie sagen können. Wie wird das Umfeld reagieren? Wie der Arbeitgeber? Wie der Partner? Was erlaubt das Gesetz? Wie das Sprichwort sagt: Nur Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit. Wann soll das je anders gewesen sein?
Pfister: Das Problem ist nur: In einer Demokratie kann man in der Anonymität der Wahlkabine seinen Protest ausdrücken, den man öffentlich nicht mehr zu artikulieren wagt. Davon profitieren dann vor allem Populisten und Antidemokraten.
Schaible: Das sind mir jetzt zwei Schritte zu viel bis in die Wahlkabine, zumal die Annahme gar nicht schlüssig ist. Du behauptest, es sei ein neues Phänomen, dass Menschen glauben, sie könnten nicht alles sagen. Ich wüsste nicht, wann und wo es je so gewesen sein soll, dass alle glaubten, alles ungeniert sagen zu können. Und ich weiß auch nicht, wie man ernsthaft behaupten könnte, dass das gut wäre.
Pfister: Ich behaupte nicht, es sei ein neues Phänomen. Ich bin sogar ein großer Fan des Tabus und seiner zivilisatorischen Wirkung. Es muss ein Tabu sein, den Holocaust zu leugnen. Es sollte geächtet werden, wenn Alexander Gauland erklärt, die Nazizeit sei ein »Vogelschiss« in der deutschen Geschichte. Aber wenn schon der Satz »Woher kommst du?« eine rassistische Grenzüberschreitung darstellen soll, dann sagen viele berechtigterweise: Das ist verrückt.
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