Zur Ausgabe
Artikel 54 / 56

Carl Foreman

aus DER SPIEGEL 10/1964

Carl Foreman, 49, amerikanischer Drehbuchautor ("Zwölf Uhr mittags") und Regisseur, der als ehemaliges KP-Mitglied seinerzeit vor dem McCarthy -Ausschuß die Aussage verweigert und sich später in Großbritannien niedergelassen hatte, nachdem er von Freunden und Geschäftspartnern boykottiert worden war, beklagte sich über Zensur-Querelen wegen seines neuesten Films »Die Sieger": »Das zuständige französische Regierungsbüro hat gefordert, ich solle die Szene herausnehmen, in der französische Einheiten Deutsche zusammenschießen, obwohl diese eine weiße Fahne gehißt haben. Die Italiener halten es für untragbar, daß zwei Kinder aus Neapel tote Menschen ausplündern. Ägypten will nicht sehen, wie Häftlinge eines deutschen Konzentrationslagers mutig ausbrechen, weil sie, die Ägypter, darin eine Verherrlichung der Juden erblicken. Der um die Moral besorgte amerikanische Zensor nimmt an einer Aufnahme Anstoß, die Elke Sommer nackt zeigt. Den Sowjets brauche ich meine 'Sieger' gar nicht erst anzubieten, es wäre aussichtslos. Denn in dem Film kommt ein volltrunkener russischer Offizier vor.«

Zur Ausgabe
Artikel 54 / 56
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.