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Caroline Ischinger

aus DER SPIEGEL 37/2001

Caroline Ischinger, 17, Schülerin, fühlte sich vom US-Präsidenten George W. Bush, 55, ertappt. Sie war dabei, als ihr Vater Wolfgang, 55, dem amerikanischen Regierungschef im Oval Office des Weißen Hauses sein Beglaubigungsschreiben als deutscher Botschafter in Washington überreichte. »Wie alt sind Sie?«, fragte der Präsident die junge Deutsche. »17«, lautete die Antwort. »Ich habe zwei Töchter, die ein wenig älter sind, und die machen mir jede Menge Ärger«, wusste der Präsident zu erzählen. Unlängst war seine Tochter Jenna wegen Trinkens in der Öffentlichkeit aufgefallen. »Ich sag Ihnen was«, fuhr Bush fort, »Sie sollten sich ordentlich benehmen. Tun Sie das, was Ihr Vater Ihnen sagt.« Bei Caroline meldete sich anschließend das schlechte Gewissen. »Weiß der Präsident etwa Einzelheiten über mein Privatleben?«, fragte sie ihren Vater besorgt beim Verlassen des Weißen Hauses. Ischinger konnte seine Tochter beruhigen: »Nein, das hat er nur so ins Blaue hineingesagt.« Seitdem weiß Ischinger, dass sein Antrittsbesuch ein voller Erfolg war, allerdings anders als erwartet: »Ob er das transatlantische Verhältnis wesentlich verbessern konnte, steht dahin. Aber familienpolitisch war die Intervention des Präsidenten außerordentlich hilfreich.«

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