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Atomtransporte Castor nach Frankreich?

aus DER SPIEGEL 4/1995

Die Bundesregierung setzt das Stromunternehmen Energie-Versorgung Schwaben unter Druck, beim Kernkraftwerk Philippsburg lagernde abgebrannte Brennelemente nicht ins Zwischenlager Gorleben, sondern zur Wiederaufarbeitung nach Frankreich zu schaffen. Umweltministerin Angela Merkel (CDU) ließ den Vorstandsvorsitzenden Wilfried Steuer wissen, sie werde einen entsprechenden Antrag sofort unterschreiben. Sie hoffe, die Stromwirtschaft werde diesen »salomonischen Weg« gehen. Hintergrund der Merkelschen Anregung: Bonn will die Energie-Konsens-Gespräche mit dem niedersächsischen SPD-Ministerpräsidenten Gerhard Schröder nicht stören. Ein Transport nach Gorleben würde neue Proteste von Umweltschützern und den Widerstand der Landesregierung provozieren. Die in einem Castor-Behälter verpackten Brennelemente sollten bereits Ende vorigen Jahres nach Niedersachsen geschafft werden. Lüneburger Verwaltungsrichter stoppten den Transport in letzter Minute. Bundesregierung und Industrie erwarten jedoch, daß der Lüneburger Spruch in den nächsten Wochen von der zweiten Instanz kassiert wird.

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