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CDU/CSU-Verluste: Schock oder Trend?

SPIEGEL-Umfrage im Wahlkampfjahr 1986 (III): Die politische Situation im März *
aus DER SPIEGEL 13/1986

Ist die CDU/CSU an Wählerschwund erkrankt? Die Emnid-Umfrage im März legt diese Frage nahe, erlaubt aber noch keine Antwort.

Das Bielefelder Institut interviewt seit Januar jeden Monat für den SPIEGEL 2000 Männer und Frauen von 18 Jahren an. Das sind, um den Ergebnissen eine breite Basis und repräsentatives Gewicht zu geben, doppelt so viele Befragte wie allgemein üblich.

Die Interviewer schwärmen in zwei Wellen aus, diesmal wurden die ersten 1000 Bundesbürger in der Zeit vom 27. Februar bis zum 10. März, die zweiten 1000 vom 7. bis 17. März (dem Montag vergangener Woche) befragt. Diese Teilung soll es ermöglichen, politische Entwicklungen frühzeitig auszumachen.

Im Januar und Februar unterschieden sich die Ergebnisse der jeweiligen beiden Wellen kaum voneinander. Im März hingegen gab es einen gewichtigen Unterschied. Die CDU/CSU lag im Januar und Februar konstant bei 45 Prozent, in der ersten März-Welle ging die Zahl auf 44, in der zweiten sogar auf 43 Prozent zurück.

Es gab noch zwei weitere neue Zahlen. Die FDP hielt in der ersten Welle ihre gewohnten 7 Prozent, kam in der zweiten aber nur noch auf 6 Prozent. Auf der Gegenseite blieb die SPD bei 41 Prozent, die Grünen verbesserten sich in der zweiten Welle von 7 auf 8 Prozent.

Manchem mögen diese Veränderungen geringfügig scheinen. Aber wenn die

CDU/CSU von Anfang bis Mitte März 2 Prozent ihrer Wähler verloren hat, dann haben sich rund 900000 Bundesbürger von ihr verabschiedet - fürs erste oder auf Dauer.

Addiert man für Januar, Februar und März jeweils die Zahlen der beiden Koalitions- und der beiden Oppositionsparteien, so wird eine Entwicklung deutlich. Im Januar lagen SPD und Grüne schier aussichtslos zurück. Zusammen brachten sie es nur auf 47, CDU/CSU und FDP hingegen auf 52 Prozent. In der zweiten März-Welle kam es hingegen zu einem Gleichstand von je 49 Prozent für CDU/ CSU und FDP auf der einen sowie für SPD und Grüne auf der anderen Seite.

In der Graphik »Parteien im März« sind die Ergebnisse beider Wellen - das noch kaum veränderte der ersten und das stark veränderte der zweiten - zusammengefaßt und deshalb weniger augenfällig«. _(Bei der Zusammenfassung der Ergebnisse ) _(beider März-Wellen führen Auf- und ) _(Abrundungen dazu, daß bei der CDU/CSU ) _(und der FDP das Gesamtergebnis den ) _(Zahlen der ersten, bei den Grünen den ) _(Zahlen der zweiten Welle entspricht. )

Aber immerhin, auch nach diesen stärker abgesicherten Zahlen hat sich der Abstand zwischen Koalition und Opposition verringert (von 5 auf 2 Prozent).

Es wäre voreilig, aus einer einzigen Umfrage mit 1000 Beteiligten den Schluß zu ziehen, daß die CDU/CSU fürchten muß, fortan erheblich einzubüßen. Erst die beiden April-Wellen werden zeigen, ob sich hier ein Schock auswirkt, von dem sich die Unionsparteien schnell erholen können, oder ob sich ein leichter negativer Trend, der seit langem zu beobachten ist, verstärkt hat.

Zum Schock: Gründe gab es genug, vor allem die Kommunalwahlen in Schleswig-Holstein, bei denen die CDU am 2. März 5,9 Prozent verlor, und das zweite Ermittlungsverfahren gegen Kohl, dessen Eröffnung am 11. März bekanntgegeben wurde.

Zum Trend: Die CDU/CSU lag laut Emnid 1982 in den meisten Monaten zwischen 50 und 52 Prozent, im Jahr 1983 bei 48 und 49, im Jahr 1984 bei 46 und 47, im Jahr 1985 schließlich bei 43 und 44 Prozent.

Die SPD hingegen hatte ihre schlechteste Zeit gegen Ende der Regierung Schmidt/Genscher, als sie auf 32 Prozent

absackte. 1983 brachte sie es meist auf 37 oder 38 Prozent, 1984 auf 38 bis 40, 1985 auf 40 oder 41 Prozent. Zweimal, im Juli und September, lag sie sogar höher und zog mit der CDU/CSU gleich.

Dies könnte, bei einem für die Unionsparteien ungünstigen Trend, in den nächsten Monaten wieder geschehen womöglich sogar auf längere Sicht. Die SPD erhielte die Chance, bei den Wahlen im Januar 1987 stärkste Partei zu werden. Von Johannes Raus Ziel die absolute Mehrheit zu erkämpfen, bliebe sie auch dann noch weit entfernt.

Mit einer Frage wich Emnid in diesem Monat von den allgemein üblichen Methoden ab. Sie galt dem Stichwort Blackout« mit dem CDU-Generalsekretär Geißler seinen Parteichef Kohl gegen den Vorwurf einer Falschaussage

vor dem Mainzer Untersuchungsausschuß zu verteidigen suchte.

Das Bielefelder Institut verzichtete auf jedwede Vorgabe und stellte eine sogenannte offene Frage: »Woran denken Sie, wenn Sie das Wort ''Blackout'' hören?« Um den Original-Volkston zu erfassen, hielten die Interviewer die Antworten so wörtlich wie möglich fest.

Sie schrieben Gedankenketten auf, etwa: »Kohl, Geißler, Ausfall, Film gerissen.« Oder sie nahmen lange Sätze zu Protokoll, zum Beispiel: »Kurzfristiges

Aussetzen der Denkfähigkeit, wobei man Dinge tut und sagt, an die man sich später nicht mehr erinnern kann. Viele Befragte begnügten sich mit ein oder zwei Worten: »Weggetreten«, »Ausgeflippt« oder »Total daneben«.

Vor allem sollte mit dieser Frage festgestellt werden, wie viele Teilnehmer der repräsentativen Umfrage - und mithin wie viele Bundesbürger - das Wort »Blackout« spontan mit Geißler und/oder Kohl in Verbindung bringen, wie viele es richtig oder falsch erklären und wie vielen es unbekannt ist:

16 Prozent der Befragten wußten keine Antwort. Etliche entschuldigten sich ("Verstehe kein Englisch") oder beklagten sich ("Neudeutsch-englisches Gerede").

Sieben Prozent gaben falsche Antworten. Einige erklärten einen »Blackout« gar zu harmlos ("Wenn man eine Sache nicht begreift"), andere verstanden darunter »Kein Bock auf Arbeit"Weinbrandmarke« oder »Trotzige Haltung der Schwarzen in Afrika«.

Die meisten (53 Prozent) definierten den »Blackout« bei weiter Auslegung richtig. Die Antworten zeigen allerdings, wie gut Kohl beraten war, als er durch seinen Kanzleramtsminister Wolfgang Schäuble die Geißler-Äußerung schon am nächsten Tag für »totalen Quatsch« erklären ließ:

Sehr viele Bundesbürger sehen in einem »Blackout« ein »absolutes Aus«, eine »geistige Umnachtung« oder den »Wegfall des Verstandes«. Andere übersetzten das Wort volkstümlicher, etwa mit »Man ist weg vom Fenster«, »Balla, balla« oder »Im Kopf kaputt«.

24 Prozent der Befragten - eine erstaunlich hohe Zahl - brachten den Begriff mit dem aktuellen politischen Ereignis in Verbindung.

Etliche nannten nur die Namen Geißler und Kohl. Andere schilderten, worum es gegangen war. Wieder andere knüpften eigene Kommentare an ("Nicht Schily hat dem Kanzler geschadet, sondern Geißler«, »Wird nur hochgespielt von den Medien")

Die meisten verbanden den aktuellen Hinweis mit einer eigenen Definition, etwa: »Denke an Kohl, das Gedächtnis hat ausgesetzt, er war weg.« Oder: »Bei ''Blackout'' fehlen einem kurzfristig die Gedanken. Seit dem Vorfall mit dem Bundeskanzler wieder aktuell«.

Das politisierte Wort wird das Wahlkampfjahr wohl überleben und die Sprachforscher auch danach beschäftigen.

Es gab bei der Emnid-Umfrage erste Anzeichen dafür, daß der Begriff für viele einen neuen Sinn erhält und sich einbürgert. Beispiele für frische Definitionen von »Blackout":

»Gedächtnislücke von Politikern«, »Billige Ausrede, wenn man etwas nicht weiß oder sich falsch verhalten hat«, »Das Kohlsche Phänomen, »Politikerkrankheit«.

[Grafiktext]

POLITIKER IM MÄRZ AUF PLATZ 1, 2, 3 KOHLS RIVALEN UND SEIN GEGNER Wie im Januar und Februar nannten die Interviewer des Bielefelder Emnid-Instituts auch im März 20 Namen von Politikern. Die wichtigsten standen in allen drei Monaten auf der Liste, Zum zweitenmal wurde Lothar Späth (CDU-Ministerpräsident von Baden-Württemberg) aufgenommen, nach dem zunächst Hans nur im Januar gefragt worden war. Neu hinzu kamen Gerhart Baum (FDP-Vize), Klaus von Dohnanyi (Hamburger SPD-Bürgermeister), Hans Engelhard (FDP-Justizminister), Otto Schily (Grünen-MdB bis Mitte März) und Manfred Wörner (CDU-Verteidigungsminister). Nicht wieder auf der Liste standen Eberhard Diepgen, Jutta Ditfurth, Peter Glotz, Helmut Haussmann, Koschnick, Heinz Riesenhuber. Gefragt wurde, ob die Politiker den Befragten bekannt waren und: »Würden Sie es gern sehen, wenn dieser Politiker im Laufe der kommenden Jahre eine wichtige Rolle im politischen Leben der Bundesrepublik spielen würde, oder würden Sie das nicht so gern sehen?« Die Zahl der Befragten (in Prozent), die gern sähen, wenn der jeweils genannte Politiker künftig » eine wichtige Rolle spielen würde": »wichtige Rolle« gegenüber der Februar -Umfrage häufiger gewünscht »wichtige Rolle« gegenüber der Februar -Umfrage seltener gewünscht 65 Gerhard Stoltenberg +4 61 Johannes Rau -4 56 Lothar Späth +4 56 Hans-Dietrich Genscher -2 54 Franz-Josef Strauß +3 53 Helmut Kohl -1 50 Kurt Biedenkopf +4 50 Norbert Blüm +2 42 Willy Brandt -2 41 Hans-Jochen Vogel -6 38 Klaus von Dohnanyi 35 Martin Bangemann -2 34 Friedrich Zimmermann +4 32 Otto Graf Lambsdorff +/- 0 31 Manfred Wörner 30 Heiner Geißler -5 29 Otto Schily 28 Gerhart Baum 27 Joschka Fischer +5 20 Hans Engelhard dieser Politiker ist mir unbekannt PARTEIEN IM MÄRZ: KOALITION 51 ZU 49 VORAN Von Januar 1986 an erforscht das Bielefelder Emnid-Institut für den SPIEGEL allmonatlich die politische Meinung der Bundesbürger. Im Dezember, einen Monat vor der nächsten Bundestagswahl, wird die Reihe der SPIEGEL-Umfragen enden. Jeden Monat wird die »Sonntagsfrage« gestellt: »Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahlen wäre?« Das Ergebnis der März-Umfrage zum Vergleich das Ergebnis der Bundestagswahl vom 6. März 1983 (gestrichelte Linien) An 100 fehlende Prozent: andere oder keine Angaben (gilt für alle Graphiken) KANZLER/KANDIDAT IM MÄRZ: RAU ERHÖHT VORSPRUNG Emnid stellt seit Januar 1986 allmonatlich die sogenannte Kanzlerfrage: »Angenommen, Sie könnten den Bundeskanzler direkt bestimmen und hatten zwischen Helmut Kohl als dem Kandidaten der CDU/CSU und Johannes Rau als dem Kandidaten der SPD zu wählen - für welchen von beiden würden Sie sich entscheiden?« Die Ergebnisse von Januar bis März 1986 (in Prozent): Helmut Kohl Johannes Rau FAST NUR IM FLEISS HÄLT KOHL MIT Anhand von 15 Eigenschafts-Paaren sollten die Befragten der Emnid-Untersuchung über den Bundeskanzler Helmut Kohl und den Kanzlerkandidaten Johannes Rau urteilen. Links stand jeweils eine positive Eigenschaft ("zuverlässig"), rechts die entsprechende negative ("unzuverlässig"), dazwischen waren sechs Kästchen markiert. Die Anweisung: »Je mehr Sie Ihr Kreuz nach links setzen, desto mehr halten Sie die linke Eigenschaft für zutreffend, je mehr Sie Ihr Kreuz nach rechts setzen, desto mehr gilt die rechte Eigenschaft.« Für jedes Eigenschafts-Paar wurde je ein Mittelwert für Kohl und Rau errechnet. Die Reihenfolge der Eigenschafts-Paare ergab sich daraus, wie oft sie bei einer früheren SPIEGEL-Umfrage als »sehr wichtig« bezeichnet worden waren. zuverlässig unzuverlässig weitblickend kurzsichtig entschlußkräftig zögernd kompetent inkompetent gebildet ungebildet weltoffen provinziell selbstbewußt unsicher guter Redner schlechter Redner ideenreich einfallslos fleißig faul beherrscht unbeherrscht umgänglich aggressiv warm, herzlich kalt, nüchtern humorvoll humorlos bescheiden eitel Kurzkommentar: Rau ist nach Volksmeinung vor allem entschlußkräftiger, ein besserer Redner, ideenreicher und humorvoller als Kohl. Hingegen ist der Kandidat kaum fleißiger und beherrschter als der Kanzler. Ähnlich sind sich beide Generalisten darin, daß ihnen Kompetenz relativ selten zugesprochen wird. Aber auch hier, wie bei jeder anderen Eigenschaft, liegt Rau vor Kohl. JEDER DRITTE: »VORWÜRFE SIND BERECHTIGT« Die Emnid-Interviewer referierten den Sachverhalt: »Der Abgeordnete Otto Schily von den Grünen hat Bundeskanzler Helmut Kohl wegen des Verdachts der uneidlichen Falschaussage angezeigt.« Davon »gehört oder gelesen« hatten 89 von 100 Befragten. Und auf die Frage nach ihrem »persönlichen Eindruck« antworteten »Halte die Vorwürfe für berechtigt« 31 »Halte die Vorwürfe nicht für berechtigt« 24 »Kann dazu nichts sagen« 34 Je nach politischer Einstellung gibt es erhebliche Unterschiede. Es wählten die Antwort »Halte die Vorwürfe für... ... berechtigt ... nicht berechtigt »Kann dazu nichts sagen« Kurzkommentar: Staatsanwälte in Koblenz und Bonn ermitteln gegen den Kanzler - dieses Ereignis haben fast alle wahrgenommen. Emnid fragte behutsam und bot die Antwort »Kann dazu nichts sagen« an. Die meisten äußerten sich trotzdem. Fast jeder dritte Bürger hält die Vorwürfe für berechtigt, sogar nur jeder zweite Unions-Wähler weist sie zurück. FÜR STOLTENBERG ÜBERWIEGEND EINSEN UND ZWEIEN Mit Schulnoten ließ Emnid die Frage beantworten: »Welchen Eindruck machen die Politiker, die Sie häufiger auf dem Bildschirm sehen, wie wirken sie im Fernsehen?« Gefragt wurde nach den vier Parteivorsitzenden, nach dem SPD-Kanzlerkandidaten Rau sowie nach zwei CDU-Politikern, nach Stoltenberg als dem populärsten und nach Geißler als dem insbesondere aufgrund seiner TV-Auftritte umstrittensten. Um Auskunft wurden die Befragten nur über jene Politiker gebeten, die sie »häufiger im Fernsehen gesehen« haben. Von je 100 Befragten »haben häufiger gesehen« Helmut Kohl Franz Josef Strauß Willy Brandt Johannes Rau Heiner Geißler Martin Bangemann Gerhard Stoltenberg bewerten die Wirkung im Fernsehen mit »sehr gut« oder »gut« »mangelhaft« oder »ungenügend« Die Meinungen vor allem über den Kanzler und den Kandidaten differieren erheblich je nach der politischen Einstellung. Es erklären die Fernsehwirkung von Kohl »sehr gut« oder »gut« für »mangelhaft« oder »ungenügend« Prozent der CDU/CSU-Wähler Prozent der SPD-Wähler Rau für »sehr gut« oder »gut« für »mangelhaft« oder »ungenügend« Prozent der CDU/CSU-Wähler Prozent der SPD-Wähler Kurzkommentar: Stoltenberg und Strauß vorn - dafür gibt es ganz verschiedene Gründe. Dem einen genügt seltene, stocknüchterne Bildschirm-Präsenz, um sich vom ungelenken Kohl und vom eifernden Geißler abzuheben, der andere versteht immer noch am besten, einen TV-Auftritt zum Spektakel zu machen. Rau kommt besser an als Kohl, es gibt noch Reserven für den Kandidaten: Den Kanzler haben schon mehr Wähler »haufig« gesehen und sich wohl auch satt gesehen. »STREIK-PARAGRAPH« SCHADET DER CDU/CSU, NEUE HEIMAT DER SPD Zwei »Gewerkshafts-Themen stehen seit Wochen im Vordergrund: vor allem die Auseinandersetzung um den Paragraphen 116 des Arbeitsförderungsgesetzes, aber auch der Streit um eine Finanzhilfe aus öffentlichen Kassen für die gewerkschaftseigene »Neue Heimat«. Die Emnid-Frage nach dem Streik-Paragraphen: »Es geht darum, wer die von einem Streik nicht direkt betroffenen Arbeitnehmer unterstützen soll, wenn eine Firma die Produktion vorübergehend einstellen muß, weil durch Streik verursacht wichtige Zulieferer ausfallen.« Emnid stellte diese Frage im März zum dritten Mal. Unterstützung soll gezahlt wenden (Ergebnisse in Prozent) von der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg von den Gewerkschaften weder von der Bundesanstalt noch von den Gewerkschaften Dezember 1985 Februar 1986 März 1986 Es wählten die Antwort »Von der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg« von je 100 CDU/CSU-Wählern SPD-Wählern Auf die Frage, ob »der Staat dem in Schwierigkeiten geratenen gewerkschaftseigenen Unternehmen ''''Neue Heimat'''' finanziell helfen soll«, sprachen sich aus von je 100 Befragten insgesamt: CDU/CSU-Wählern SPD-Wählern für Hilfe des Staates gegen Hilfe des Staates Kurzkommentar: Das Thema »Streik-Paragraph« schadet der CDU/CSU, ihr Standpunkt fand vor der Kampagne der Gewerkschaft erheblich mehr Zustimmung als seither. Umgekehrt schadet das Thema »Neue Heimat« der SPD. Ihre Anhänger treibt die Frage auseinander, ob der Staat dem maladen Unternehmen helfen soll. Gut die Hälfte ist dafür, knapp die Hälfte dagegen. Drei Landtagswahlen 1986: WER WIRD GEWINNEN? Um eine Prognose für die drei diesjährigen Landtagswahlen bat Emnid die 2000 Befragten der SPIEGEL-Untersuchung. »Albrecht bleibt« Für Niedersachsen (Wahl am 15. Juni) wurde gefragt, ob die CDU (zuletzt 50,7 Prozent) allein oder mit der FDP oder ob die SPD (zuletzt 36,5 Prozent) allein oder mit den Grünen die Mehrheit erhalten und die Regienung bilden wird. Das Ergebnis: »Albrecht (CDU) wird Ministerpräsident bleiben« 72 Prozent Befragte insgesamt 91 CDU/CSU-Wähler 59 SPD-Wähler »Schröder (SPD) wird neuer Ministerpräsident werden« 24 Prozent Befragte insgesamt 7 CDU/CSU-Wähler 40 SPD-Wähler »CSU verliert Stimmen« Für Bayern (Wahl am 12. Oktober) wurde gefragt, ob dort die CSU (zuletzt 58,3 Prozent) Stimmen gewinnen oder verlieren wird. Das Ergebnis: »CSU wird besseres Ergebnis erreichen« 41 Prozent Befragte insgesamt 57 CDU/CSU-Wähler 26 SPD-Wähler »CSU wird schlechteres Ergebnis erreichen« 57 Prozent Befragte insgesamt 41 CDU/CSU-Wähler 73 SPD-Wähler »SPD behält absolute Mehrheit« Für Hamburg (Wahl am 9. November) wurde gefragt, ob die SPD die absolute Mehrheit (zuletzt 51,3 Prozent) behalten wird. Das Ergebnis: »SPD wird absolute Mehrheit behalten« 70 Prozent Befragte insgesamt 57 CDU/CSU-Wähler 88 SPD-Wähler »SPD wird absolute Mehrheit verlieren« 27 Prozent Befragte insgesamt 41 CDU/CSU-Wähler 11 SPD-Wähler

[GrafiktextEnde]

Bei der Zusammenfassung der Ergebnisse beider März-Wellen führenAuf- und Abrundungen dazu, daß bei der CDU/CSU und der FDP dasGesamtergebnis den Zahlen der ersten, bei den Grünen den Zahlen derzweiten Welle entspricht.

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