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CDU-Kampagne gegen NDR

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aus DER SPIEGEL 34/1987

Die schleswig-holsteinische CDU hat ihre Mitglieder zu einer öffentlichen Kampagne gegen den Norddeutschen Rundfunk (NDR) aufgerufen. Weil sich vier NDR-Journalisten zusammen mit Künstlern, Schriftstellern und Autoren öffentlich zu einer parteiunabhängigen Wählerinitiative für SPD Oppositionsführer Björn Engholm bekannt hatten, empfahl die Union ihren Parteigängern, dem NDR-Programm in Zukunft »besonders genau zuzuhören und zuzuschauen«. CDU-Sprecher Günter Kohl forderte Parteifreunde auf, sich »über parteiliche Berichterstattung« zu beschweren. Zugleich verbot die Union den Engholm-Sympathisanten, über CDU-Veranstaltungen zu berichten. Das Bekenntnis und die »emotionale Beteiligung« der Initiativler lasse, so Nord-Kohl, »ein hohes Maß an Befangenheit erwarten und die notwendige journalistische Distanz vermissen«. Vergleichbare Probleme mit CDU-Journalisten befürchtet die Union dagegen nicht. Vier NDR-Funkredakteure arbeiten unbeanstandet an der CDU-Wahlkampfzeitung »Schleswig-Holstein am Wochenende«.

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