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Chirurgie im Künstlerauge

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aus DER SPIEGEL 41/1983

Fasziniert haben Künstler seit jeher Bader, Wundärzte und Chirurgen bei der Arbeit dargestellt - assyrische Bildhauer beispielsweise hielten in Reliefs Techniken der Wundversorgung fest, unbekannte Zeichner des Mittelalters und der Neuzeit schufen Skizzen von Gliedamputationen oder dem Einführen von Blasenkathetern; quer durch die Jahrhunderte lieferte die Chirurgie berühmten Malern wie Michelangelo, Albrecht Dürer, Max Beckmann oder Otto Dix Sujets für ihre Werke. Einen Überblick über die »Chirurgie in der Kunst« (so der Titel) von der Vorzeit bis heute gibt ein Buch, das jetzt im Econ Verlag erscheint (208 Seiten, 128 Mark). Dokumentiert durch zahlreiche Abbildungen, geben die drei Autoren - ein Medizinhistoriker, ein Chirurg und ein Kunstgeschichtler - überdies einen Abriß der Medizingeschichte in alten Hochkulturen: Die Inder praktizierten das Ausstechen von Staren mit Spezialnadeln, die Chinesen hängten Wirbelsäulen-Patienten an den Armen auf, die Assyrer ahndeten Kunstfehler gnadenlos: Starb ein Patient beim Eingriff, wurden dem Chirurgen die Hände abgehauen.

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