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Briefe

CHRISTLICHE SEEFAHRT
aus DER SPIEGEL 31/1960

CHRISTLICHE SEEFAHRT

Die muntere theologische Extratour der seetüchtigen Heidegger-Eleven Bröcker und Buhr hat nur leichtgewichtige Fracht geborgen. Bröckers Konstruktion von der Entstehung des dogmatischen Christentums bereichert die Serie ähnlicher vom Ressentiment diktierter Hypothesen nur um eine Variante... Alles in allem ist diese »Theologie des Geistes« eine Neuauflage liberalistischer Dogmen-Empfindlichkeit, die nicht einmal zum Wachhalter der legitimen Kritik am gemeinkirchlichen Scheuklappen-Dogmatismus zu gebrauchen ist und im Hinblick auf ihre weiteren Transformationen in den Köpfen theologisch ahnungsloser SPIEGEL-Leser zu höchsten Bedenken Anlaß gibt.

Kiel

DIETER ANDRESEN

stud. theol.

Wenn die gläubige Masse zum logischen Denken über die ihnen vorgesetzte christliche Dogmatik überginge, dürfte den Herren Buhr und Bröcker eine allgemeine Anerkennung gewiß sein. Der verbleibende ehrliche Glaube aus wirklicher Überzeugung wird bei niemandem mehr Anerkennung finden als bei Gott selbst.

Durmersheim (Baden)

MANFRED BRÜCKEL

Der Rat, den ein Universitätsprofessor vor längerer Zeit in der Öffentlichkeit gegeben hat, die gläubigen Gemeindemitglieder müßten für ihre ungläubigen Pfarrer beten, scheint hier sehr angebracht.

Stuttgart

ERNA MAIER

Es ist mir schleierhaft, wie die Herren Bröcker und Buhr aus gewissen geschichtlichen Parallelen von Bildern, Gedanken und Vorstellungen die Sicherheit gewinnen können, daß es bei der Gottessohnschaft Jesu, der unbefleckten Empfängnis Mariae, der Auferstehung und anderem um historisch-opportunistisches Menschenwerk handle, das sich einfach schon älteren »Einbildungen« angeschlossen habe. Welch gefährliche Entwicklung unserer christlichen Lehre in dieser Zeit!

Bad Pyrmont

DR. OTTO BUCHINGER

Ruft man Ihren Fabelpastor noch an Sterbebetten? Ich will für ihn beten.

Oberwolfach (Schwarzw.)

DR. G. EWALD

Wie Pfarrer Buhr weiter in der Kirche bleiben kann, ist mir unverständlich. Mag er Sonntag für Sonntag mythologisieren, so muß er doch wissen, daß seine Gemeinde dies keineswegs als Dichterlesung, sondern als Gotteswort nimmt. Seine Existenz als Pfarrer ist doch nur mit einer ständigen Unwahrhaftigkeit möglich.

Krumbach (Gießen)

DR. H.-W. BARTSCH

Pfarrer

...sehe ich als einer, dem das Bemühen, ein Christ zu sein, eine Gewissensangelegenheit ist, daß der SPIEGEL es wieder einmal unternommen hat, unter Vorspiegelung eines sachlichen Referats einen verächtlich machenden Hieb gegen das Christentum zu führen.

Reinbek (Hamburg)

PROF. DR. W. DECKERT

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