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Chronik des Bonner Schürmannbaus

aus DER SPIEGEL 42/1996

1984

Nach Plänen des Architekten Joachim Schürmann soll ein neues Bürogebäude für die Abgeordneten ge- baut werden. Geplante Fertigstellung: 1995.

6. November 1986

Baukosten werden auf rund 468 Millionen Mark festgesetzt.

20. März 1989

Gesamtkosten werden auf 640 Millionen Mark veranschlagt.

Oktober 1989

Baubeginn

9. November 1989

Fall der Mauer Berlin

20. Juni 1991

Bundestag beschließt Umzug nach Berlin. Etwa 200 Millionen Mark sind verbaut.

Oktober 1993

Das Parlament übergibt den Schürmannbau an die Bundesregierung, die einen neuen Nutzer suchen soll.

22./23. Dezember 1993

Hochwasser. Weil 40 Meter bei der Abdichtung des Rohbaus vergessen wurden, dringt Wasser ein (siehe Grafik). 370 Millionen Mark sind verbaut.

Januar 1994

Bauministerin Irmgard Schwaetzer (FDP) stoppt die Bauarbeiten und leitet Untersuchungen über Ursache und Ausmaß des Schadens ein.

14. Juni 1994

Schwaetzer präsentiert einen Schadensbericht. Fazit: Renovierung möglich, falls wirtschaftlich vertretbar.

23. Juni 1994

Haushaltsausschuß entscheidet: Deutsche Welle soll in den Schürmannbau. Schwaetzer erklärt, nach Meinung privater Investoren käme nur Abriß und Neubau in Frage. Der Weiter- bau koste den Steuerzahler weitere 480 Millionen Mark. Abriß und Neubau seien 100 Millionen Mark billiger.

August 1994

Bundesrechnungshof kritisiert Schwaetzer. Vor Vertrags- abschluß mit privaten Investoren müsse zumindest eine Vor- planung entwickelt werden.

Anfang September 1994

Bundeskanzler Kohl vertagt die Entscheidung bis nach der Wahl.

Januar 1995

Kurswechsel: Der neue Bauminister Klaus Töpfer will Schürmannbau sanieren und vollenden.

Mai 1995

Waigel spricht sich für das alte Schwaetzer-Modell (Investorenlösung mit Abbriß) aus. Das sei für 250 Millionen Mark zu haben, während Töpfers Lösung 580 Millionen koste.

Oktober 1995

Das Kabinett entscheidet, gegen Waigels Bedenken, den Schürmannbau für 580 Millionen Mark sanieren und vollenden zu lassen.

August 1996

Der Bundesrechnungshof rügt organisatorische Mängel und Mißmanagement in der Bauverwaltung.

23. September 1996

Kohl beendet den Ministerstreit durch ein Machtwort zugunsten von Töpfer. Töpfer behauptet, er könne garantieren, daß der Weiterbau 480 Millionen Mark nicht überschreite. Der Schürmannbau würde damit etwa 1,29 Milliarden Mark kosten - fast dreimal soviel wie ursprünglich geplant.

[Grafiktext]

Bonner Schürmannbau - Chronik

[GrafiktextEnde]

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