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Hausmitteilung Corona / USA / Kuhnke

aus DER SPIEGEL 37/2020
Schulz

Schulz

Foto: Stephen Lam

Arbeiten im Homeoffice, Parteitage online als Stream, dazu hitzige Diskussionen über die heikle Balance zwischen dem Schutz der Gesundheit und der Demonstrationsfreiheit – die Pandemie verändert das Leben, das Arbeiten und den Weg der politischen Teilhabe in Deutschland massiv. Deshalb beschäftigen sich Texte aus mehreren Ressorts mit der aktuellen Situation. Die Titelgeschichte, recherchiert von einem Team um Thomas Schulz, beschreibt die drastischen Veränderungen in der Arbeitswelt, die neuen Freiheiten, die das Arbeiten jenseits des Büros, jenseits der Städte mit sich bringt, aber auch die neuen Zwänge, die möglichen Verlierer. Wie schwierig es für Politiker ist, sich den neuen Gegebenheiten anzupassen, wie sich Parteitage nahezu ohne Publikum anfühlen, wie sich das Politikgeschäft verändert, wenn Gespräche im Hinterzimmer nicht mehr möglich sind, zeigt der Aufmacher im Politikteil. Und Veronika Hackenbroch, Redakteurin im Wissenschaftsressort, erklärt, wie das aktuelle Infektionsgeschehen in Deutschland zu beurteilen ist. Warum steigen die Infektionszahlen? Warum sterben so wenige Infizierte? Muss auch Deutschland bald mit französischen Verhältnissen rechnen, mit mehr als 15 000 neuen Infektionen pro Tag? zum Artikel 

Seit mehreren Wochen sucht USA-Korrespondent Ralf Neukirch nach Antworten auf eine Frage, die bis vor Kurzem noch völlig absurd schien: Ist es möglich, dass das Ergebnis der Präsidentschaftswahl im November nicht nur zu Demonstrationen führt, sondern die Weltmacht USA an den Rand eines Bürgerkriegs bringt? Denkbare Akteure in solch einem Szenario sind bewaffnete rechte Milizen, deren Mitglieder sich schon jetzt auf den Tag der Entscheidung vorbereiten. Neukirch traf Anführer dieser Gruppen in den Bundesstaaten Idaho und Washington. Das Erschreckende: Diese Männer stehen in der Mitte der Gesellschaft. Einer kandidiert als Mitglied der Republikaner für den Senat seines Bundesstaats. Neukirch traf auch einen Polizeichef, der den Widerstand gegen geltende Gesetze befürwortet. Eric Parker, Kandidat für den Senat, erschien zum Gespräch mit einer halbautomatischen Pistole unter dem Hemd, sein Gewehr ließ er immerhin im Auto. Neukirch: »Es klingt immer noch seltsam, aber Verhältnisse wie während des Nordirlandkonflikts kann man in den USA nicht mehr ausschließen.« zum Artikel 

Die Kölner Autorin Jasmina Kuhnke kämpft im Netz mit viel Ironie gegen rechts. Als »Quattromilf« twittert sie gegen Rassismus und Diskriminierung und legt sich mit rechten Trollen an. In langen Gesprächen erzählte sie Redakteurin Dialika Neufeld, wie sie die Debatte nach dem Mord an dem US-Amerikaner George Floyd erlebt und was sie selbst als schwarze Deutsche durchgemacht hat. Es gibt Parallelen im Leben von Kuhnke und Neufeld: Beide sind im selben Jahr geboren, bei beiden stammt der Vater aus dem Senegal. Es überrascht nicht, dass Neufeld viele von Kuhnkes Schilderungen aus eigenem Erleben kennt. Für die Recherche besuchte sie auch die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus in Köln. »Dort kann man eine beeindruckende Sammlung an Hasskommentaren und Drohungen gegen Kuhnke sehen«, sagt Neufeld. Einschüchtern lassen will Kuhnke sich nicht. Sie wolle weitermachen, allein schon für ihre vier Kinder. zum Artikel 

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