Coronavirus Lauterbach will Impfungen generell in Praxen überführen

Die aktuelle Impfverordnung läuft zum Jahresende aus. Gesundheitsminister Lauterbach kündigt nun Umstellungen im Kampf gegen Corona an – und warnt vor »Gedrängel« bei den Lockerungen.
Gesundheitsminister Lauterbach

Gesundheitsminister Lauterbach

Foto: Political-Moments / IMAGO

Bei den Coronaimpfungen soll es zum Jahreswechsel zu organisatorischen Neuregelungen kommen. »Die Impfungen laufen durch. Es gibt keine Finanzierungslücke«, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Dienstag in Berlin. Geplant sei aber, sie zum 1. Januar generell in den Bereich der Praxen zu überführen, wo schon der allergrößte Teil stattfinde.

Die aktuelle Impfverordnung, die die Organisation und Vergütung unter anderem auch in den Impfzentren der Länder regelt, läuft am Jahresende aus. Bezahlt werden sollen die Impfungen aus Mitteln der gesetzlichen Krankenversicherung, erläuterte Lauterbach – zunächst aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds, ab 7. April dann von den einzelnen Kassen. Mobile Impfteams könnten von den Kassenärztlichen Vereinigungen organisiert werden. Der Impfstoff werde weiterhin vom Bund beschafft und kostenfrei zur Verfügung gestellt.

Lauterbach verwahrt sich gegen Drängelei bei Öffnungen

Lauterbach hat vor vorschnellen Vorstößen zu weiteren Coronalockerungen im Frühjahr gewarnt. Er werde ja jetzt jeden Tag damit konfrontiert, was man im April oder März machen solle, sagte der SPD-Politiker am Dienstag in Berlin. »Das ist so ein Gedrängele, wo es darum geht, wer ist der schnellste Lockerer.« Er sei aber gestimmt wie ein klassischer Arzt: »Ich muss mich mit dem medizinischen Problem beschäftigen, was wir jetzt haben.« Derzeit gebe es um die tausend Tote pro Woche und volle Kliniken. Zu erwarten sei eine Winterwelle mit mehr Infektionen. Patientenvertreter mahnten weiteren Schutz in Pflegeheimen an.

Lauterbach sagte, momentan hätte man die Situation auch dank vorsichtig angelegter Maßnahmen im Griff. »Ich möchte einfach nur, dass es so bleibt für die nächsten Wochen und Monate.« Es sei »nicht akzeptabel, dass wir in den letzten Monaten einer schweren Pandemie noch einmal viele Leute verlieren, weil die Botschaften, die wir senden, gemischt sind – und weil wir die Maßnahmen nicht umsetzen, die so wirkungsvoll sind und uns schon so lange gut dienen.«

Nach einer Auswertung der Barmer-Krankenkasse bleiben Pflegeheime bei weiter nötigen Schutzvorkehrungen im Fokus. Seit Beginn der Pandemie seien nicht annähernd so viele Pflegekräfte mit Corona arbeitsunfähig gewesen wie in diesem Jahr, sagte Vorstandschef Christoph Straub mit Verweis auf Versichertendaten der Kasse.

asa/dpa
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